Was Sie vor der Früherkennungsuntersuchung wissen sollten
Besonderer Wert ist auf eine sachkundige und wertfreie Beratung durch einen Urologen vor dem Beginn der PSA-Untersuchungen zu legen. Die Früherkennungsuntersuchung unter Einschluss einer herkömmlichen PSA-Bestimmung sollte nach sorgfältiger Information des Mannes über Nutzen, Risiko und ggf. weiterführende Untersuchungen vom qualifizierten Arzt durchgeführt werden. Die betroffenen Männer sollten über die möglichen Therapieverfahren und die Gefahren des Prostatakarzinoms aufgeklärt werden. Außerdem ist eine Information über mögliche Konsequenzen aus auffälligen Testbefunden (Biopsie, Verunsicherung durch unklare Befunde) und über alle, auch neuere Therapieoptionen des Prostatakarzinoms mit ihren Begleiterscheinungen und Komplikationen enorm wichtig. Eine PSA-Früherkennung ist nur dann sinnvoll, wenn der über alle relevanten Probleme sachkundig informierte Mann diese wünscht und auch mit möglichen Folgeuntersuchungen und -behandlungen einverstanden ist.
Jeder Mann, der sich einem PSA-Test unterzieht, sollte Folgendes wissen:
- Ein erhöhter Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, weil auch andere Faktoren (z.B. körperliche Aktivitäten wie Radfahren) den Wert beeinflussen.
- Liegt ein erhöhter Wert vor, stehen weitere Abklärungen an. Damit soll herausgefunden werden, ob es sinnvoll ist, sofort eine Gewebeprobe zu entnehmen oder ob dies noch nicht notwendig ist. Der Arzt muss den Wert kontrollieren und z.B. durch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) feststellen, ob es sich um Krebs handelt oder nicht.
- Wird ein Tumor nachgewiesen, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie sofort behandelt oder operiert werden müssen.
- Insgesamt tragen ca. 40 % der Männer in den westlichen Industrieländern das Risiko, im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom zu entwickeln, aber nur 10 % werden spürbar krank und nur 3 % versterben daran. Der Arzt versucht die Aggressivität des Tumors einzuschätzen – bei langsam wachsenden Tumoren ist oft die „aktive Überwachung“ (Active Surveillance) oder das „beobachtende Abwarten“ (Watchful Waiting) die empfohlene Vorgehensweise.
- Handelt es sich um einen aggressiven Krebs, können die Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. Dem PSA-Test ist es dann zu verdanken, dass der Tumor in einem Stadium entdeckt wurde, in dem er noch geheilt werden kann. Ein zu spät entdecktes aggressives Prostatakarzinom hingegen ist nicht heilbar.
Nach Meinung der Experten sollten alle Männer ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur PSA-gesteuerten Früherkennungsuntersuchung gehen.


