Diagnose und Untersuchungen

Abb. 2 „Laparaskopische pelvine Lymphadenektomie“ – Entfernung von Lymphknotengewebe mit Hilfe der sogenannten „Schlüssellochchirurgie“.

Da das Prostatakarzinom bei Ihnen bereits diagnostiziert worden ist, sind die wichtigsten Maßnahmen wie die rektale Untersuchung, der transrektale Ultraschall, die PSA-Bestimmung und die Biopsie bereits durchgeführt worden. Je nach Höhe des PSA-Wertes wird Ihr Urologe Ihnen empfehlen, eine Untersuchung zum Ausschluss von Tumorabsiedelungen im Knochen durchführen zu lassen – die sogenannte Knochenszintigraphie. Wurden dabei keine Absiedelungen („Metastasen“) festgestellt, wird man sich häufig der Frage nach dem möglichen Befall von Lymphknoten durch den Tumor zuwenden.

Für die Wahl der für Sie besten Form der Strahlentherapie ist es von großer Bedeutung, zu wissen, ob in den Lymphknoten Tumorabsiedelungen vorhanden sind. Ist das der Fall, befindet sich Ihre Erkrankung nicht mehr in einem Frühstadium und ist nur in seltenen Fällen noch heilbar. Leider sind die Computertomographie (CT), die Kernspintomographie (MRT) und auch die Positronenemissionstomographie (PET-CT) lediglich von sehr begrenztem Wert, um einen Befall der Lymphknoten festzustellen. Bei bestimmten Kriterien (Tumorstadium, PSA-Wert und „Grading“ des Tumors) wird der Strahlentherapeut Ihnen empfehlen, durch eine Operation Lymphknotengewebe zu entfernen und untersuchen zu lassen. Diese Operation wird heutzutage entweder in der sogenannten „Schlüssellochchirurgie“ (Abbildung 2) oder als erweiterte („extendierte“) Lymphadenektomie durchgeführt und bedeutet in der Regel einen Krankenhausaufenthalt von nur wenigen Tagen. Die Nebenwirkungsrate ist gering. Bei der „Schlüsssellochchirurgie“ wird durch drei kleine Schnitte im Unterbauch an genau definierten Stellen Lymphknotengewebe entnommen, bei der erweiterten Lymphknotenentfernung können in der Regel mehr Lymphknoten entfernt werden, was die Sicherheit der Aussage erhöht. Das entnommene Gewebe wird vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Stellt dieser fest, dass das Lymphknotengewebe nicht durch den Tumor befallen ist, kann der Strahlentherapeut das Bestrahlungsfeld deutlich kleiner festlegen und auf die Prostataregion beschränken. Dadurch können Ihnen mögliche Nebenwirkungen durch die Bestrahlung der Lymphabflusswege erspart werden. Damit sind in der Regel die Voruntersuchungen für die Strahlentherapie abgeschlossen und die Vorbereitung zur eigentlichen Strahlentherapie kann beginnen.