Die perkutane Strahlentherapie

Darstellung eines sogenannten Linearbeschleunigers für die Bestrahlung
Abb. 3 Darstellung eines sogenannten Linearbeschleunigers für die Bestrahlung.

Diese Strahlentherapieform hat ihren Namen dadurch erhalten, dass sie von außen, über die Haut („perkutan“) durchgeführt wird. Heutzutage wird diese Bestrahlung mit Hilfe eines „Linearbeschleunigers“ mit hoch energetischen Photonenstrahlen durchgeführt. Diese Strahlen werden direkt im Linearbeschleuniger erzeugt (Abb. 3). Nach dem Gespräch mit dem Strahlentherapeuten, in dem die weitere Vorgehensweise zusammen mit Ihnen festgelegt worden ist, beginnen die Vorbereitungen für die Strahlentherapie.

Während die Vorbereitungen etwa eine Woche in Anspruch nehmen, dauert die eigentliche Bestrahlung zwischen sieben und neun Wochen, wobei fünfmal in der Woche, montags bis freitags, einmal täglich ambulant bestrahlt wird.

Blick in den Strahlerkopf mit einem „Multi-Leaf-Kollimator“ und Eingezeichnete Individualebene für einen „Multi-Leaf-Kollimator“
Abb. 4 Blick in den Strahlerkopf mit einem „Multi-Leaf-Kollimator“ und Abb. 5 Eingezeichnete Individualebene für einen „Multi-Leaf-Kollimator“

In einem ersten Schritt wird zusammen mit einer Lagerungsprobe eine Planungscomputertomographie durchgeführt. Diese dient nicht der Suche nach Tumorabsiedelungen, sondern ausschließlich der Vorbereitung der Bestrahlungsplanung. Vor der CT-Untersuchung und vor jeder Bestrahlung sollten die Blase gefüllt und der Enddarm nicht prall gefüllt sein. Vorschlag: trinken Sie 1 Liter Mineralwasser eine Stunde vor der CT und vor jeder Bestrahlung. Die Blase sollte jedoch nicht zu stark gefüllt sein, sonst können Sie nicht ruhig liegen. Während der Lagerungsprobe liegen Sie auf einem CT-Tisch in der Position, in der Sie später auch bestrahlt werden. Bei dieser Untersuchung werden einige Markierungen (in der Regel mit einem Stift) auf Ihrer Haut im Bereich des Beckens angebracht. Mit den gewonnenen CT-Bildern bei der Bestrahlungsplanungsuntersuchung kann der Strahlentherapeut einen „Bestrahlungsplan“ entwickeln. Dabei wird festgelegt, aus welchen Richtungen und mit welcher Intensität die Dosis in den Bereich der Prostata eingestrahlt wird. Zum Schutz der gesunden Normalgewebe (Blase, Enddarm, Hüftköpfe) werden für jedes Bestrahlungsfeld individuelle Bestrahlungsfelder generiert. Diese Bestrahlungsfelder entstehen im Bestrahlerkopf durch das Zusammenfahren von „Lamellen“, der s.g. „Multi-Leaf-Technik“ (Abbildung 4 und 5).

Ein individuell gegossener Bleiblock ist in den Strahlerkopf eingehängt (links) und Darstellung einer Bestrahlungsblende in Projektion auf das eigentliche Bestrahlungsfeld (rechts).
Abb. 6 Ein individuell gegossener Bleiblock ist in den Strahlerkopf eingehängt und Abb. 7 Darstellung einer Bestrahlungsblende in Projektion auf das eigentliche Bestrahlungsfeld.
„Planungskontrolle“ – „Generalprobe“ mit Einzeichnung der Bestrahlungsfelder
Abb. 8 „Planungskontrolle“ – „Generalprobe“ mit Einzeichnung der Bestrahlungsfelder, hier ein seitliches Feld, auf der Haut des Patienten (ausgeleuchtet). Der Patient liegt in Rückenlage auf einem Durchleuchtungstisch.

Um diese Lamellen herum kann der Strahl nicht aus dem Gerät austreten. Alternativ dazu können, wenn heutzutage auch nur noch selten, diese „Lamellen“ durch individuell gegossene Blöcke ersetzt werden, die in den Bestrahlerkopf eingehängt werden (Abbildung 6 und 7). Entweder kann der dann entstandene „Bestrahlungsplan“ direkt auf Ihren Körper übertragen werden, so dass der nächste Termin für Sie die Ersteinstellung am Bestrahlungsgerät ist („virtuelle Simulation“). Im anderen Fall wird der Bestrahlungsplan in einer „Generalprobe“, der „Simulation“, auf Ihren Körper übertragen und die Bestrahlungsfelder werden auf Ihrem Körper eingezeichnet (Abbildung 8). Diese Simulation wird jedoch nur noch relativ selten eingesetzt. Sollte sie durchgeführt werden, liegen Sie erneut auf einem Durchleuchtungstisch. Um den Enddarm zu schonen, wird während dieser Untersuchung in der Regel Kontrastmittel in den Enddarm eingebracht. Durch das Kontrastmittel kann der Strahlentherapeut den Darm in der Durchleuchtung erkennen.

Die Vorbereitungen sind damit abgeschlossen. Der nächste Termin ist die erste Bestrahlung, die sogenannte „Ersteinstellung“. Bei der Ersteinstellung werden alle Parameter noch einmal genau überprüft, ehe die Bestrahlung beginnen kann. Zur präzisen Kontrolle der Felder während der Bestrahlung werden in regelmäßigen Abständen von allen Bestrahlungsfeldern Kontrollaufnahmen unter laufender Bestrahlung angefertigt, sogenannte „Verifikationsaufnahmen“. Das wird normalerweise alle 1 - 2 Wochen stattfinden. Die Bestrahlung wird, wie bereits beschrieben, fünfmal in der Woche, montags bis freitags, ambulant durchgeführt. Die gesamte Dauer der Strahlentherapie beträgt zwischen sieben und neun Wochen.