Durchführung der Hormontherapie

In der Regel ist die hormonelle Therapie des Prostatakarzinoms eine dauerhafte Behandlung solange das Karzinom darauf anspricht.

In besonderen Fällen kann allerdings auch eine sogenannte „intermittierende“ Behandlung durchgeführt werden, bei der Phasen der Behandlung mit Phasen ohne Behandlung abwechseln, d.h., es können Therapiepausen eingelegt werden. Hierzu ist es jedoch Voraussetzung, dass Ihr Karzinom zu Beginn der Behandlung sehr gut auf eine Hormontherapie anspricht und dass Sie auch in den therapiefreien Intervallen regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit Messung des PSA-Wertes wahrnehmen, damit Ihr Urologe im Falle eines Anstieges des PSA-Wertes wieder frühzeitig eine weitere Therapiephase einleiten kann.

Bislang konnten Studien zu dieser relativ neuen Therapieoption keine Nachteile für eine intermittierende Behandlung im Vergleich zu einer Dauertherapie zeigen, jedoch bezüglich der Lebensqualität leichte Vorteile belegen. Ob Sie für ein solches Verfahren in Frage kommen, sollten Sie mit Ihrem Urologen besprechen.

Eine Hormontherapie kann alleine mit LHRH-Agonisten oder als Kombination von LHRH-Agonisten mit Antiandrogenen (komplette Androgenblockade) durchgeführt werden. Welche Option für Sie am besten ist, wird Ihr Urologe mit Ihnen entscheiden. Bezüglich des Überlebens haben große Studien bisher lediglich einen minimalen Vorteil für die kombinierte Behandlung zeigen können, allerdings muss man hierzu auch die höhere Rate an Nebenwirkungen berücksichtigen.

Oft wird die Gabe von Antiandrogenen auch nur zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten zusätzlich durchgeführt, um die Zeit bis zum Einsatz der vollen Wirkung der LHRH-Agonisten (ca. zwei bis drei Wochen nach der ersten Injektion) zu überbrücken und während dieser Zeit das Andocken des Testosterons an den Tumor zu verhindern (Flare up-Prophylaxe).