Gewebeentnahme (Biopsie)
Bei Verdacht auf Prostatakrebs ist zur Klärung die Entnahme von kleinen Gewebeproben aus der Prostata notwendig. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel ambulant bei örtlicher Betäubung und dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Eine Nadel, die kaum dicker ist als die Nadel bei der Blutabnahme, wird vom Enddarm mit einer Ultraschallsonde in verschiedene Bereiche der Prostata geführt. Ein Pathologe untersucht dann das entnommene Gewebe.
Nach dem amerikanischen Pathologen Donald Gleason ist in den siebziger Jahren ein System entwickelt worden, mit dem das feingewebliche Unterscheidungs-(Differenzierungs-) und Wachstumsmuster des Prostatakrebses beurteilt wird („Gleason pattern“).
Dabei werden die Zellen des Tumorgewebes daraufhin untersucht, wie sehr sie sich vom normalen Gewebe unterscheiden (Entdifferenzierungsgrad). Dafür gibt es insgesamt fünf Stufen, die mit den jeweiligen Punktzahlen bewertet werden. Je niedriger der Wert ist, desto mehr ähneln die Zellen normalem Prostatagewebe; je höher der Wert ist, desto stärker unterscheiden sie sich davon. Grundsätzlich gilt: Je mehr sich die bösartigen von den gesunden Zellen unterscheiden, desto aggressiver ist der Tumor. Um den Gleason-Score zu ermitteln, werden die Punktzahlen der am häufigsten vorkommenden und der aggressivsten Zellen des Tumors genommen und zusammengerechnet, zum Beispiel 3+4 ergibt den Gleason-Score 7. Der Befund liegt meist innerhalb einer Woche vor. Männer, bei denen der Verdacht auf Prostatakrebs geäußert wurde, sollten auf eine ultraschallgeführte Gewebeentnahme bestehen.


