Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT)
In einer zunehmenden Anzahl von Kliniken wird inzwischen die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) routinemäßig auch bei der Bestrahlung des Prostatakarzinoms angeboten. Die IMRT ist eine Weiterentwicklung der 3D-geplanten Bestrahlung. Der Unterschied besteht grundsätzlich darin, dass bei der 3D-geplanten Bestrahlung ein Bestrahlungsfeld kontinuierlich während der gesamten Strahlzeit dieses Feldes ohne jede Veränderung der Lamellen, die das Feld eingrenzen, durchgeführt wird. Bei der IMRT kommt es im Gegensatz hierzu zu einer kontinuierlichen Veränderung der Lamellen des Multi-Leaf-Kollimators unter laufender Bestrahlung. Man unterscheidet hierbei 2 Techniken. Die erste ist die, bei der sich die Multi-Leaf-Kollimator-Lamellen während der Bestrahlung kontinuierlich bewegen („Sliding-Window-Technik“). Die andere Technik besteht darin, dass die Lamellen des Multi-Leaf-Kollimators in eine bestimmte Position gefahren werden, dann gestoppt werden, die Strahlung abgegeben wird, die Lamellen dann weiter fahren und wieder gestoppt werden und erneut die Strahlung abgegeben wird („Step-and-Shoot-Technik“). Einen Bestrahlungsplan in der IMRT-Technik sehen Sie in Abbildung 10 dargestellt. Bitte beachten Sie, dass es hierbei zu einer individuell angepassten Strahlkonfiguration z.B. um das Risikoorgan „Enddarm“ kommt. Auf diese Weise können Anteile des Enddarmes besser geschont werden. Dasselbe gilt auch für die Blase.
Gleichzeitig ist diese Bestrahlung allerdings wesentlich zeitaufwändiger. Sie als Patient müssen damit rechnen, dass Sie etwa doppelt bis dreimal so lange Liegezeiten auf dem Beschleunigertisch haben wie vorher. Diese aufwändigen Bestrahlungsmethoden sind in aller Regel mit einer weiteren Technik verbunden, die auch in diesem Leitfaden erläutert wird. Es handelt sich um die sogenannte „bildgestützte Strahlentherapie-IGRT“, mit der es möglich wird, die Präzision der Bestrahlung selbst zu verbessern und auf diese Weise weniger gesundes Normalgewebe zu bestrahlen.

