„Schnelle“ Bestrahlung (Volumetric Arc RT oder Rapid Arc)
Dem soeben beschriebenen Nachteil einer deutlich verlängerten Strahlzeit kann durch andere Bestrahlungstechniken, z.B. den sogenannten „schnellen Bestrahlungstechniken“, begegnet werden, mit denen die Strahlzeit wieder verkürzt werden kann. Das Grundprinzip besteht darin, dass die Bestrahlung der Prostata direkt erfolgt, während der Strahlerkopf sich einmal komplett um den Patienten herum dreht. Während sich der Strahlerkopf dreht, wird pausenlos die Strahlung abgegeben, während die MLC-Lamellen sich verschieben. Auf diese Weise wird in einer Vielzahl von kleinen Segmenten oder auch Feldern bestrahlt, die sich auf über 150 Bestrahlungsfelder summieren können. Durch diese Technik (VMAT oder RAPID ARC) kann die Strahlzeit bei vergleichbaren Ergebnissen zur IMRT wieder deutlich verkürzt werden. Bei der reinen Bestrahlung der Prostata z.B. ist die Strahlzeit dann auf etwa 2 Minuten beschränkt. Wird, wie z.B. bei der Bestrahlung der Lymphabflusswege, die Rotation des Strahlerkopfes um den Körper zweimal durchgeführt, verlängert sich automatisch auch diese Strahlzeit, sie ist jedoch immer noch deutlich kürzer als bei der IMRT. In der Abbildung 11 sehen Sie einen typischen Bestrahlungsplan in „schneller“ Bestrahlungstechnik, in diesem Fall „Rapid Arc-Technik“. Der gelbe Kreis symbolisiert die Rotation des Strahlerkopfes um den Patienten. Sie können sehr gut erkennen, wie eine individuell angepasste Eingrenzung der Bestrahlungsfelder, z.B. am Enddarm, erreicht werden kann. Auch zu dieser Bestrahlungstechnik, wie zu der IMRT, gehört der gleichzeitige Einsatz der bildgestützten Strahlentherapie (IGRT), um die Vorteile dieser Technik zu optimieren.
Alle drei Techniken stellen moderne Therapieformen dar, deren individuelle Vor- aber auch Nachteile von Ihnen mit „Ihrem“ Strahlentherapeuten besprochen werden sollten, ehe die Entscheidung für eine dieser Therapieformen getroffen wird.

