Gewebewasser-Ansammlungen
Die bereits beschriebenen Lymphödeme, Schwellungen, können mit Lymphdrainage recht gut beeinflusst werden. Die Lymphdrainage ist eine spezielle Streich-Massage, die versucht, neue Abflusswege für die Gewebeflüssigkeit zu öffnen. Sie bedarf besonders ausgebildeter Therapeuten. Andere Arten der Massage, Wärmebehandlung oder besondere körperliche Belastungen sind geeignet, die Situation zu verschlechtern.
Die Lymphozelen, Wasser-Brüche, werden meist noch im Krankenhaus erkannt und behandelt. Wenn sie klein sind, kann eventuell abgewartet werden, ob sie vom Körper wieder aufgesaugt werden. Sonst ist eine Punktion erforderlich, bei der das Gewebewasser mit einer Spritze abgesaugt wird, um das Volumen zu verkleinern und damit schädliche Druckwirkung auf beispielsweise Arterien oder Venen zu verhindern. Um bakterielle Entzündungen zu vermeiden, werden dann meist Antibiotika eingesetzt. Manchmal läuft das Gewebewasser jedoch immer wieder in den Bruch nach; man kann dann versuchen, das Leck durch Einfüllen des gleichzeitig bakterienhemmenden Mittels Doxycyclin abzudichten.
Bei hartnäckigen Lymphozelen wird manchmal zur Ableitung des Gewebewassers aus dem Hohlraum ein Katheter notwendig. Der Lymphfluss wird dann mit der Zeit abnehmen. Sehr selten werden Bestrahlungen erforderlich, die noch einen abdichtenden Reiz setzen. Als allerletzte Möglichkeit bleibt eine operative Eröffnung des Hohlraums, um ihn austrocknen zu lassen.

