Prostatakrebs II – Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom
Gegenstand des zweiten Teils des Prostatakrebs-Ratgebers sind Tumoren, die die Grenzen der Prostata überschritten oder Tochtergeschwülste gebildet haben. Er begleitet Betroffene auf ihrem Weg durch die Diagnose und Therapie.
Dieser Patientenratgeber ist die Fortsetzung des ersten Teils „Prostatakrebs I – Lokal begrenztes Prostatakarzinom“ (s. Buchbesprechung). Beide Teile sind entstanden auf Basis der deutschen S3-Leitlinie für Ärzte von 2009 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms (s. Neue Prostatakrebs-Leitlinie). Ärzte und Patientenvertreter aus verschiedenen Organisationen haben diese Leitlinie zusammengefasst, in eine allgemein verständliche Form gebracht und um Hintergrundinformationen ergänzt. Nun ist auch der zweite Teil in seiner bis 2013 gültigen Endfassung erschienen:
Die ersten Kapitel gleichen denen des ersten Teils weitgehend. Dies sind Einführungen, zum Beispiel über die Ziele des Ratgebers, die Entstehung von Prostatakrebs und die an der Betreuung Betroffener beteiligten Gruppen von Therapeuten. Die Kapitel über mögliche Untersuchungen und über das sich daraus ergebende Krankheitsstadium werden wiederum von einer Fragenliste zum Bereich der Diagnose abgeschlossen, die zur Therapieentscheidung überleitet. Bei dieser helfen eine grafische Übersicht als Wegweiser durch die Behandlung, Hinweise zur Aufklärung und eine weitere Liste mit Fragen.
Den größten Teil der Broschüre nehmen die Behandlungsmöglichkeiten beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Prostatakarzinom ein: Die Operation (radikale Prostatektomie), einschließlich der Entfernung der Lymphknoten, die Strahlentherapie, das abwartende Beobachten (engl. watchful waiting), die Hormontherapie und die Chemotherapie. Aufgeführt sind hier jeweils eine Beschreibung mit Vorteilen und möglichen Nachteilen, eine Übersicht, unter welchen Bedingungen das Verfahren für den Betroffenen infrage kommt, sowie eine Tabelle mit Fragen als Zusammenfassung.
Anschließend finden sich Kapitel über die Behandlung von Knochenmetastasen, die Schmerztherapie und das „Danach“: Über die Nachsorge, einschließlich der Therapie eines möglichen Rezidivs (eines wiederaufgetretenen Tumors), die Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation, die Ernährung und Bewegung sowie weiteres, was der Betroffene selbst für sich tun kann. Den Abschluss bilden Hinweise darauf, wo man weiteren Rat und Unterstützung findet, Buchtipps sowie ein kleines Wörterbuch der Fachbegriffe.
Inhaltlich fasst der zweite Teil des Ratgebers wie schon der erste Teil den derzeitigen Stand der Wissenschaft zu allen wichtigen Aspekten des Themas zusammen. Gleich geblieben sind auch die verständlichen, präzisen und nicht zu ausführlichen Erläuterungen sowie die Listen mit Fragen zu verschiedenen Abschnitten. Letztere erlauben dem Leser zu überprüfen, was ihm bereits klar ist und wo er noch Informationsbedarf hat. So kann er beispielsweise seinen behandelnden Arzt gezielt fragen.
Einige Kleinigkeiten bieten noch Raum für Verbesserungen bei der nächsten Auflage, auch des ersten Teils, wie der stellenweise löcherige Textfluss, Schreib- und Grammatikfehler sowie viele unnötig komplizierte Formulierungen.
Fazit
Der zweite Teil des Patientenratgebers „Prostatakrebs“ richtet sich an Männer mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Tumor. Die aktuellen, umfassenden und verständlichen Informationen helfen ihnen auf ihrem oft belastenden Weg durch die Diagnose und Therapie ihrer Erkrankung. Hervorzuheben sind vor allem die Unterstützung beim Arztgespräch durch vorformulierte Fragen und die Ermutigung, eine ausführliche Beratung und Aufklärung in Anspruch zu nehmen.
Autor: Dr. med. Hubert E. Weiß, 20.08.2010

