Robert Koch Institut (Hrsg.)

 

Prostataerkrankungen

 

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 36, Robert Koch Institut, 2007, 30 Seiten, ISBN 978-3-89606-177-5, kostenlos

 

Das Heft kann von der Internet-Seite des Robert Koch Instituts heruntergeladen oder dort online bestellt werden. Weitere Bestellmöglichkeiten:
RKI - Gesundheitsbericht- erstattung
Postfach 650261
13302 Berlin
Telefon: 030/18754-3400
Fax: 030/18754-3513
gbe@rki.de

 

 

Robert Koch Institut: Prostataerkrankungen

Nun ist es "offiziell": Dieses neue GBE-Heft fasst alle aktuellen Daten und Fakten zusammen und stellt das derzeitige Wissen über die drei häufigsten Krankheiten der Prostata knapp und übersichtlich dar.

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) liefert unter der Verantwortung des Bundesgesundheitsministeriums Beschreibungen und Analysen zu allen Bereichen des Gesundheitswesens, gestützt unter anderem auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Zum Angebot gehören auch Themenhefte zu zahlreichen Krankheiten und Gesundheitsaspekten, die laufend aktualisiert werden und die speziellen Informationen zum jeweiligen Thema "handlungsorientiert und übersichtlich" präsentieren.

Das aktuelle Heft mit der Nummer 36 erschien im Januar 2007 und wurde geschrieben von V. Rohde, A. Katalinic und J. Wasem unter Mitarbeit von P. Aidelsburger. Es beschäftigt sich mit den drei häufigsten Krankheiten der Prostata, dem Prostatakarzinom ("Prostatakrebs"), dem benignen Prostatasyndrom (BPS, "Prostatavergrößerung") und dem Prostatitissyndrom ("Prostataentzündung"; Näheres dazu in der Rubrik "Wissen" in den Abschnitten Prostatakarzinom, Benignes Prostatasyndrom und Prostatitissyndrom).

Nach einer kurzen Einleitung folgt der erste Schwerpunkt des Hefts, ein Kapitel über die Epidemiologie, also die Häufigkeit und Verteilung der drei Prostataerkrankungen in verschiedenen Gruppen von Männern. Dabei nehmen die Daten zum Prostatakarzinom den größten Raum ein: Erkrankungsraten (Inzidenz) und Sterblichkeit (Mortalität) im Vergleich zu anderen Krebsarten, nach Altersgruppen, in Deutschland und im internationalen Vergleich.

Dann geben die Autoren einen Überblick über nachgewiesene und vermutete Risikofaktoren und beschreiben für das Prostatakarzinom ausführlich die Möglichkeiten zur Vorbeugung (Primärprävention) und Früherkennung (Sekundärprävention). Dabei gehen sie auch näher ein auf die Problematik im Zusammenhang mit der Bestimmung des PSA (Prostataspezifisches Antigen, siehe auch PSA-Bestimmung) und bei der Unterscheidung zwischen behandlungsbedürftigen (signifikanten) und nicht behandlungsbedürftigen (insignifikanten) Tumoren (siehe hierzu auch Artikel im Magazin).

An einen kurzen Abriss über die Untersuchungen zur stufenförmigen Diagnostik von Prostataerkrankungen schließt sich der zweite Schwerpunkt an, die Therapie: Nach Hinweisen auf Leitlinien werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten erläutert, insbesondere beim organbegrenzten und organüberschreitenden Prostatakarzinom. Was außerdem für den Betroffenen noch wichtig ist oder sein kann, das fasst das nachfolgende Kapitel über die Krankheitsbegleitung für Krebspatienten zusammen. Es ist deshalb besonders hervorzuheben.

Der dritte und letzte Schwerpunkt sind natürlich die Gesundheitsausgaben: Eine Fülle von überraschend detaillierten Daten über die Ausgaben für Vorbeugung und Arzneimittel, über stationäre und ambulante Behandlungen sowie über Reha-Maßnahmen. Den Schluss des Heftes bilden ein kurzer Ausblick, eine lange Literaturliste, einige Internet-Adressen für weiterführende Informationen und ein Glossar, das die wichtigsten der verwendeten Fachbegriffe erklärt.

Auf der Rückseite findet sich dann eine Zusammenfassung, in der die Autoren bezüglich des Prostatakarzinoms zu folgendem Ergebnis kommen (was auch unser Ziel beschreibt): "Besonders älteren Männern sollten Informationen sowohl zur Früherkennung als auch zu Therapiemöglichkeiten und den Folgen für die Lebensqualität besser zugänglich gemacht werden."

Fazit

Obwohl sich das Heft an eine breite Leserschaft aus Politik, Fachwelt und Bürgerschaft wendet, ist die Sprache ziemlich wissenschaftlich und für Laien stellenweise nicht einfach zu verstehen. Dennoch bietet es den gegenwärtigen Wissensstand in zwar kurzer, aber umfassender Form, samt aktueller Daten. Wer sich über Prostataerkrankungen näher informieren möchte, dem kann es als verlässlich Ausgangsbasis dienen.

Autor: Dr. med. Hubert E. Weiß, 31.10.2007