Ursula Vehling-Kaiser: Krebs - was kann ich tun?
Die gängigsten Formen der Krebsbehandlung samt Maßnahmen gegen unerwünschte Effekte bilden den Kern dieses Ratgebers. Er ist nicht speziell für Prostatakrebs gedacht, gibt aber einen ersten Überblick.
Die Diagnose Krebs weckt bei vielen Betroffenen und ihren Angehörigen große Ängste. Nicht nur vor der Erkrankung selbst und ihren Auswirkungen, sondern vor allem auch vor der notwendigen Therapie samt möglicher Folgen. Information gegen Angst, so lautet das Motto der Autorin für diesen Ratgeber, die Ärztin ist und eine Praxis für Krebspatienten leitet. Sie möchte deshalb, wie sie in ihrem Vorwort schreibt, verständlich über die Behandlungsmöglichkeiten bösartiger Erkrankungen und die zu erwartenden, oft vermeidbaren oder wenigstens gut behandelbaren Nebenwirkungen aufklären.
Das Buch beginnt mit einigen kurzen, allgemein gehaltenen Abschnitten über Krebs, Krebsstadien, Therapieziele und mögliche Behandlungsorte. Daran schließt sich ein Kapitel an, in dem die wichtigsten der zur Zeit in der modernen Krebsbehandlung eingesetzten Verfahren vorgestellt werden, zum Beispiel Operation, Strahlentherapie und Hormontherapie, aber auch Chemotherapie, Alternativmedizin und sehr spezielle Methoden.
Danach folgt ein umfangreiches Kapitel über mögliche Nebenwirkungen vor allem der Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie, wobei die dazu verwendeten Medikamente einen sehr breiten Raum einnehmen. Aufgeführt sind hier deren Darreichungsformen, Anwendungsgebiete und spezielle Nebenwirkungen sowie Tipps, was man selbst gegen diese unerwünschten Wirkungen und für eine erfolgreiche Behandlung tun kann.
Im letzten Teil des Buches geht es in wiederum kurzen Abschnitten um zahlreiche praktische Fragen, beispielsweise um die Kontrolle der Krebsbehandlung, die Teilnahme an Studien, die Behandlung von Schmerzen und Erschöpfungszuständen, Ernährung und Sport. Nützlich sind hier auch Tipps zum Arztgespräch und zum Umgang mit der Erkrankung sowie Informationen über Palliativeinrichtungen, Hospize und finanzielle Aspekte. Einige Tabellen, ein kleines Wörterbuch und Internet-Adressen bilden den Anhang.
Fazit
Zwar eignen sich nicht alle der vorgestellten Verfahren und nur wenige der aufgeführten Medikamente zur Therapie des Prostatakarzinoms. Jedoch sind es vor allem die allgemeinen, gut verständlichen und an der Praxis orientierten Beschreibungen, die auch einem Mann mit Prostatakrebs und den ihm Nahestehenden einen ersten Überblick über die moderne Krebsbehandlung geben. Der Ratgeber kann ihnen somit helfen, Ängste abzubauen, um bereit zu sein für eine eingehende Beschäftigung mit weiterführenden Informationen.
Autor: Dr. med. Hubert E. Weiß, 18.05.2011

