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| 05.07.2011 | Andere Zeichen oder Beschwerden Prostata Horror! |
| Frage: | Hallo, ich leide quasi schon seit ewigen Zeiten und Prostatabeschwerden mir mal stärker mal schwächer ausgebildet sind. Mein alter Urologe meinte das sei Psychisch bedingt. Pflanzliche Medikamente halfen. Nun war es so dass mein Vater starb und ich wie auf Kommando den üblichen Druck und leichte Beschwerden bekam(etwas stärker als sonst). Mein Arzt machte Ultraschall und sagt sie sei Entzündet und ich könnte wählen zwischen einem Antibiotikum oder einem Schmerzmittel( glaube Novalgin oder ähnlich). Ich nahm die Antibiotika die ich verschrieben bekam aber nicht sondern auf eigen Faust mit Pelvichthol Zäpfchen und Pflanzliches Mittel. Es war zwischenzeitlich besser, Druck kommt zwar wieder (allerdings erst nach Yoga) aber schlimmer ist es auch nicht geworden. Ich bin etwas verwirrt wegen der Behandlung. Soll ich erst mal weiter Pflanzlich versuchen Vielen Dank im Voraus. Grüße rp |
| Antwort: | Von Prof. Dr. med. J. Sökeland Sehr geehrter Patient, besten Dank für Ihre Mail. Eine so genannte Prostatitis können auf verschiedene Weise behandelt werden. Eine Information über das Krankheitsbild lege ich bei. Mit freundlichen Grüßen Ihr Sökeland Prostata-Syndrom (Prostatitis) Als drüsiges, gut durchblutetes, das regelmäßig normalen Schwellungen (Stuhlgang, Geschlechtsverkehr, Wasserlassen) unterliegt, ist die Prostata häufig Sitz von Infektionen. Ein „prostatischer Symptomenkomplex“ ist bei jedem 2. Mann zumindest zeitweise im Laufe seines Lebens anzutreffen. Das Prostatitis-Syndrom gliedert sich nach der Einteilung des National Institutes of Health in folgende unterschiedliche Erkrankungen: I. akute, bakterielle Prostatitis II. chronische, bakterielle Prostatitis III. chronisches Schmerzsyndrom des Beckens (Prostatodynie) Entscheidungskriterium zwischen den Prostatitisformen ist der Nachweis eines entzündlichen Prostatasekretes. Chronische bakterielle Prostatitis Definition: Bei der chronischen Prostatitis handelt es sich um eine chronische, bakterielle Entzündung der Prostata. Ursache: Die chronische Prostatitis kann als Restzustand einer akuten Prostatitis entstehen, sich aber auch über die Harnröhre (kanalikulär aszendierend) oder auf dem Blutweg (hämatogen) entwickeln. Symptomatik: Charakteristisch sind ein leichtes Spannungs, Druck und Kältegefühl in der Dammgegend mit Ausstrahlung in die Hoden und Leisten, Kreuzschmerzen, verstärkt beim Aufrichten nach längerem Sitzen, eine Kälteabhängigkeit der Beschwerden sowie Störungen der Sexualfunktion. Diagnostik: In der Anamnese finden sich eine akute Entzündungen (Prostatitis, Epididymitis oder Urethriti) in der Vergangenheit. Die Prostata ist bei der rektalen Untersuchung druckempfindlich, z.T. auch druckschmerzhaft. Bei der Harnprobe lassen sich Entzündungselemente sowie Bakterien nachweisen. Erkrankungen im Analbereich: Bei Analfissuren, Analfisteln und inneren Hämorrhoiden bestehen gelegentlich ähnliche Symptome wie bei einer chronischen Prostatitis oder Prostatodynie. Man spricht auch vom sog. GenitoAnalSyndrom. Bei unklaren Prostatabeschwerden ist eine sorgfältige proktologische Untersuchung durchzuführen. Nach Sanierung der proktologischen Erkrankung können die Patienten von Seiten des Genitales beschwerdefrei werden. Therapie: Antibiotika sind entsprechend der Erregerresistenzbestimmung bei positiver Urin oder Exprimatkultur angezeigt. Die chronische Prostatitis wird auch mit beruhigenden und durchblutungsfördernden pflanzlichen Präparaten, aber auch mit krampflösenden Medikamenten behandelt. Wichtig sind auch die Stuhlgangsregulierung bei Obstipation, Chronisches abakterielles Schmerzsyndrom des Beckens Definition: Unter diesem Begriff - chronisches abakterielles Schmerzsyndrom des Beckens - werden neuerdings die chronische Prostatitis ohne Bakterienbefall (abakterielle Prostatitis) und die Prostatodynie zusammengefasst. Es handelt sich um ein psychosomatisches Krankheitsbild unklarer Genese mit vielfältiger Terminologie. Synonyme: Prostatopathie, Prostatose, Beckenbodenmyalgie, vegetatives Urogenitalsyndrom. Symptomatik: Betroffen sind am häufigsten Männer zwischen 25 und 40 Jahren. Die Prostatodynie hat die gleichen Symptome wie die echte Prostatitis, ohne dass eine Entzündung vorliegt. Lokale oder allgemeine Entzündungszeichen sind daher nicht nachweisbar. Charakteristisch für die Patienten sind die subjektiven Beschwerden: Druckgefühl am Damm, ziehende Beschwerden in den Leisten mit Ausstrahlung in die Hoden, vermehrter Harndrang, gelegentlich erschwertes, verlangsamtes Wasserlassen, Brennen in der distalen Harnröhre, Nachträufeln von Harn, Druck- oder Kältegefühl sowie Brennen hinter dem Schambein, Spannungsgefühl im Kreuzbeinbereich, Potenzstörungen. Diagnostik: Durch eine fachärztliche Untersuchung sind systematisch alle organischen Veränderungen bzw. Erkrankungen auszuschließen Neben erhöhten Leukozytenzahlen im Urin und/oder im Prostatasekret (Exprimat) ist kein Bakteriennachweis zu finden. Therapie: Es ist notwendig, dem Patienten die somatischen und psychischen Zusammenhänge seiner Erkrankung in verständlicher Form nahe zu bringen, um auch seine Eigenaktivität in der Krankheitsbewältigung zu fördern. Generell profitieren die Patienten von einer Psychotherapie. Vor allem psychodynamische und verhaltensmedizinische Therapieansätze zeigen positive Behandlungsergebnisse. Ergänzend können Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training, Körpertherapie) hilfreich sein. Unterstützt wird die Behandlung mit beruhigende und durchblutungsfördernden, u.U. pflanzlichen Präparaten. Aber auch eine krampflösende Medikation kann zu einer Besserung führen. Wichtig ist die Stuhlregulation bei Obstipation. Mit freundlichen Grüßen Ihr Sökeland |