Epidemiologie
Wissenschaft von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten (oder allgemeiner: Merkmalen) in Bevölkerungsgruppen.
Epidemiologen beschäftigen sich auch mit Ursachen, Risikofaktoren, Verlauf und Folgen von Krankheiten sowie mit dem Wert von Untersuchungsmethoden und vorbeugenden Maßnahmen. Sie erheben Daten mit besonderen Studienformen (z.B. Screening, Krebsregister, prospektive = vorausschauende Studien) und bereiten die Daten mit statistischen Methoden auf.
Die Häufigkeit von Krankheiten in bestimmten Gruppen wird beschrieben mit Inzidenz (Zahl der Neuerkrankungen) und Prävalenz (Bestand, Zahl der Erkrankten). Unter Inzidenzrate (oft nur als Inzidenz bezeichnet) versteht man die Zahl der pro Zeiteinheit Neuerkrankten bezogen auf eine Gruppe von allen, die die Krankheit bekommen könnten (meist: Zahl pro Jahr und pro 100.000 Personen). Die Prävalenzrate (oft nur als Prävalenz bezeichnet) ist die Zahl der Erkrankten bezogen auf die Zahl der Untersuchten.
Um die Verteilung von Krankheiten zu untersuchen, werden verschiedene Gruppen ausgewählt, beispielsweise nach Alter, Geschlecht, Ethnie (Rasse) oder Wohnort (Region, Land). So kann auch der Vergleich der Inzidenzraten von gleichen Gruppen aus verschiedenen Ländern Hinweise auf die Ursachen einer Krankheit geben. Ein Beispiel hierfür ist das Prostatakarzinom: Es tritt bei Asiaten viel seltener auf als bei Europäern. Die Gründe dafür werden noch untersucht (s. auch Häufigkeit des Prostatakarzinoms).
Autor: Dr. med. Hubert E. Weiß, 21.12.2006
