Dr. med. Hubert E. Weiß (04.11.2011)
Film: Leben und Lieben mit Prostatakrebs
Im Rahmen der HAROW-Studie hat die Stiftung Männergesundheit einen Film herausgebracht mit dem Haupttitel „Perspektive durch Beobachten“. Er weist auf andere, noch zu wenig bekannte Möglichkeiten hin, mit diesem Krebs umzugehen.
Die HAROW-Studie ist die bisher größte Untersuchung über die Versorgung von Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom im deutschsprachigen Raum. Sie wurde von der Stiftung Männergesundheit initiiert und läuft derzeit noch. Ihr Anliegen: Herauszufinden, ob eine eingreifende Behandlung zugunsten der Lebensqualität aufgeschoben werden kann (mehr zur Studie hier im Magazin im Artikel Prostatakrebs-Patienten geben ihren Ärzten gute Noten).
Im Rahmen dieser Studie hat die Stiftung Männergesundheit einen Film erstellen lassen, der Patienten, Angehörige und andere Interessierte über die verschiedenen Möglichkeiten informiert, mit Prostatakrebs umzugehen: Die eingreifenden Behandlungen radikale Prostatektomie, Strahlentherapie und Hormontherapie sowie die abwartenden Strategien aktive Überwachung (engl. active surveillance, AS) und abwartendes Beobachten (engl. watchful waiting, WW).
Im Film schildern drei Betroffene und die Ehefrau von einem von ihnen aus ihrer ganz persönlichen Sicht, wie sie die Diagnose empfunden, für welche Behandlung sie sich entschieden und welche Konsequenzen sich daraus ergeben haben. Die medizinischen Fakten liefert der Urologe und wissenschaftliche Vorstand der Stiftung Männergesundheit, Professor Dr. Weißbach, die psychologischen Hintergründe die Psychotherapeutin Dr. Anne Breuer.
Einer der Betroffenen, der Schweizer Arzt Walter Raaflaub, hatte sich für die Operation entschieden und berichtet über deren Nebenwirkungen Inkontinenz und Impotenz (erektile Dysfunktion; s. auch in der Rubrik „Weitere Infos“ im Abschnitt „Bücher“ die Besprechung seines Tagebuchs Tote Hose). Die beiden anderen stehen unter aktiver Überwachung. Bei dieser Methode erfolgt eine Behandlung erst bei Fortschreiten des Tumors, und Professor Weißbach erläutert die Bedingungen, unter denen sie in Betracht kommt.
Der Film ist professionell gemacht und mit 20 Minuten nicht zu lang. Er bietet Informationen über die wichtigsten Methoden zum Umgang mit Prostatakrebs, und zwar weniger aus der Sicht des Arztes als vielmehr aus der Sicht der Betroffenen. Diese selten verwendete Betrachtungsweise ist es, die Denkanstöße liefert, neue Perspektiven eröffnet und Mut zur aktiven Auseinandersetzung mit der Erkrankung macht. So sind sich die Mitwirkenden einig: Außer bei einem sehr aggressiven Tumor haben Sie genug Zeit, sich in Ruhe zu informieren und sich dann für die für Sie beste Behandlung zu entscheiden.
Den Patientenfilm können Sie auf der Website der HAROW-Studie ansehen oder auf DVD kostenlos bestellen:
Weiter zur Internetseite des Films
Quellen
- Stiftung Männergesundheit: Leben und Lieben mit Prostatakrebs. Perspektive durch Beobachten. Ein Informationsfilm für Patienten. Berlin 2009, DVD, 20 Minuten, mit Begleitheft
- Pressematerial zum o.g. Film
Weitere Informationen
- Zur HAROW-Studie hier im Magazin unter Prostatakrebs-Patienten geben ihren Ärzten gute Noten, Ernährung, Sport und Entspannung bei Prostatakrebs sowie Gute Lebensqualität nach Prostatakrebsbehandlung
- Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs in der Rubrik „Wissen“ im Abschnitt „Prostatakarzinom“ unter Aktive Überwachung, Radikale Prostatektomie, Strahlentherapie, Abwartendes Beobachten und Hormontherapie
- Zur Operation bei Prostatakrebs in der Rubrik „Weitere Infos“ im Abschnitt „Broschüren“ in der Broschüre „Die Radikaloperation der Prostata beim Prostatakarzinom“
- Zur Bestrahlung bei Prostatakrebs in der Rubrik „Weitere Infos“ im Abschnitt „Broschüren“ in der Broschüre „Methoden der Strahlentherapie beim Prostatakarzinom“
- Zur Hormonbehandlung in der Rubrik „Weitere Infos“ im Abschnitt „Broschüren“ in der Broschüre „Informationen zur Hormontherapie des Prostatakarzinoms mittels LHRH-Agonisten“
