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Prof. Dr. Rolf Harzmann (08.09.2003)
Endokrine Therapie bei Prostatakarzinom


Ein Problem bei der endokrinen Therapie ist die Hormon-Insensitivität, die sich relativ häufig bei primär hormon-sensitiven Prostatakarzinomen einstellt. Welche Möglichkeiten gibt es, die Wirksamkeit der endokrinen Therapie zu verlängern, und welche Optionen bestehen, wenn die Hormon-Insensitivität schon aufgetreten ist?

Wenn eine Hormon-Insensivität aufgetreten ist, muss dennoch unter ständiger Kontrolle der Testosteronwerte die Hormonablation mittels LH-RH-Analoga-Therapie beibehalten werden, weil nur so gewährleistet ist, dass die hormonabhängigen Zellklone des Tumors weiterhin erfasst werden könne. Bei Patienten unter kompletter Androgenblockade kann zumindest versuchsweise zunächst das Antiandrogen-Entzugssyndrom ausgenutzt werden. Durch Absetzen des Antiadrogens wird so bei ca. 25% der Fälle ein Abfall der PSA-Werte um 50 % erzielt. Dieser Effekt hält zwischen drei und sechs Monate an.

Im weiterem Verlauf kann dann die Kombination zwischen Östrogen und Stickstofflast in Form von Estrramustin-Phosphat eingesetzt werden. Denkbar ist darüber hinaus, die Wirksamkeit dieser Substanz durch Zytostatika wie Taxane und Etoposid zu steigern. Als Parameter für die Wirksamkeit dieser Therapie gilt ein PSA-Abfall um mehr als 50 %.

In diesem Stadium der Erkrankung steht naturgemäß die symptomatische Therapie im Vordergrund. Sie zielt auf die Beseitigung von Schmerzen und den Erhalt von Lebensqualität. Dementsprechend ist in dieser Situation an die perkutane Schmerzbestrahlung, die nuklearmedizinische Verabreichung von Yttrium oder Rhenium, die Behandlung mit Prednison und vor allen Dingen an die medikamtentöse Schmerztherapie incl. der Biphosphonate zu denken.

 

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