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Red. (01.11.2001)

PSA-Anstieg nach radikaler Prostatektomie


Bei 40 - 50 % aller Patienten mit einem Prostatakarzinom, die sich einer operativen Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) unterzogen haben, tritt zu irgendeinem Zeitpunkt nach der Operation wieder ein Tumorwachstum auf. Dies kann sich in Form von Metastasen (gestreute Tumorzellen) z.B. in den Knochen manifestieren oder der PSA-Wert steigt über die Nachweisgrenze von 0,1 ng/ml an, ohne dass Metastasen nachweisbar sind.

Eine bislang ungeklärte Frage ist, ob es Vorteile für den Patienten in Bezug auf die Überlebenszeit gibt, wenn bereits bei der ersten Messung eines PSA-Wertes von > 0,1 ng/ml nach der Operation eine weitere Therapie z.B. in Form eines Hormonentzuges eingeleitet wird. Alternativ käme eine Beobachtung des Patienten und der weiteren Entwicklung des PSA-Wertes in Frage.

Eine aktuelle Studie von AMLING et al. (eine amerikanische Arbeitsgruppe) veröffentlichte in diesem Jahr erstmals Daten über einen PSA-Schwellenwert zur Definition eines Progresses nach radikaler Prostatektomie. Die Studiengruppe stellte fest, dass über 70 % der Patienten, die innerhalb von 3 Jahren nach der Operation einen PSA-Wert von 0,4 ng/ml oder höher zeigen, auch im weiteren Verlauf noch steigende PSA-Werte zeigen bzw. dies zu einem klinischen Progress mit der Notwendigkeit einer weiteren Behandlung führt. Steigt der PSA-Wert nur auf Werte zwischen 0,2 und 0,29 ng/ml an, so erreichen 49 % der Patienten im weiteren Verlauf einen Progress. Das bedeutet, dass nur etwa die Hälfte der Patienten nach jetzigem Kenntnisstand keine weitere Therapie benötigen würde, sondern eine sorgfältige Beobachtung und Kontrolle ausreicht.

AMLING definiert aufgrund seiner Daten einen PSA-Wert von 0,4 ng/ml als geeigneten "Schwellenwert" für die Definition, ob ein Progress nach radikaler Prostatektomie besteht oder nicht.

Ob daraus jedoch direkt eine therapeutische Konsequenz zu ziehen ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Es gibt zur Zeit keine Ergebnisse aus klinischen Studien, die bei der Entscheidung behilflich sein können. Deshalb ist es wichtig, auch andere Faktoren wie z.B. die Lebenserwartung bzw. das Alter des Patienten, den Allgemeinzustand oder auch die psychische Situation mit zu berücksichtigen.

 

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