Dr. med. Hubert E. Weiß (22.12.2006)

Endgültig zuhause: Der Urolisk in Hamburg


Für die Prostatakrebs-Früherkennung stand er und steht er auch künftig. Seine Reise aber endete am 21.9.06, fast auf den Tag genau nach drei Jahren mit einem Festakt im Innenhof der Asklepios-Klinik in Hamburg-Barmbek.

Krebsvorsorge: Soll man(n) oder soll man(n) nicht?

Obwohl die jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen wird, geht nur jeder sechste Mann hin. Vielleicht aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit. Vielleicht aus Scham oder weil die Gegend da unten tabu ist. Vielleicht in der Annahme, dass schon alles in Ordnung sein wird oder dass man sicher nicht betroffen ist.

Also, soll man zur Krebsvorsorge? „Ja sicher!“ Das sagen jedenfalls (fast) alle, die sich damit näher befassen. Nicht nur Experten, auch Betroffene. Denn Prostatakrebs macht erst spät Beschwerden, und die Chancen auf Heilung sind umso größer, je früher er erkannt wird.

Überlegen Sie selbst einen Augenblick: Mal angenommen, Sie sind gesund und gehen nicht zur Vorsorge. Dann ersparen Sie sich die Untersuchung und sind so klug als wie zuvor. Oder mal angenommen, Sie haben Krebs. Gehen Sie zur Vorsorge, dann wissen Sie das frühzeitig und können die für Sie richtigen Entscheidungen treffen, wie es weitergehen soll. Gehen Sie nicht, dann verzichten Sie auf diese Chance. Sie sehen: Nichts wissen ändert keine Tatsachen, aber Wissen erlaubt selbstbestimmtes Handeln.

Der Urolisk und seine Reise

Um möglichst vielen Männern und ihren PartnerInnen diese Überlegungen nahezubringen, wurde der Urolisk erschaffen, weltweit der erste Obelisk in der Urologie: Fast zwölf Meter hoch und viereinhalb Tonnen schwer, verziert mit Inschriften und Symbolen als steinerner Fingerzeig auf die Prostatakrebs-Früherkennung. Ganz nach dem Motto: Mancher Mann kümmert sich eben erst um seine Gesundheit, wenn man (oder frau) mit einem etwas größeren Zaunpfahl winkt; Hauptsache, er tut es.

Erstmals öffentlich präsentiert wurde der Urolisk am 20.9.03 anlässlich des dritten Aachener Männertags. Dann ging er auf die Reise durch 15 deutsche und österreichische Städte, um als weithin sichtbares Zeichen auf die Krebsvorsorge aufmerksam zu machen, unterstützt von einem gewaltigen Medienecho und viel Prominenz. So wurden in begleitenden Aktionen unzählige Männer von Urologen beraten und mehr als 10.000 PSA-Tests durchgeführt.

Jede Station hinterließ auf dem Urolisken ihre Spuren: Ärzte, Patienten, Organisationen und Prominente haben Botschaften in ihn eingemeißelt. Damit kündet der Urolisk als kolossales Kunstwerk von ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Prostatakrebs.

Feierlicher Schlusspunkt in Hamburg

Noch verhüllt: Der Urolisk im Innenhof der Asklepios-Klinik in Hamburg-Barmbek

Nun hat der Urolisk sein endgültiges Zuhause gefunden: Im Innenhof der Asklepios-Klinik in Hamburg-Barmbek. Dort wurde er am 21.9.06 zum letzten Mal enthüllt. Und sie waren alle da: Die Initiatoren, Macher und viele Gäste.

Nach einer eindrucksvollen Bilderschau zu Herbert Grönemeyers Lied „Männer“ hielt Hans Geißlinger eine Laudatio auf die Skulptur. Im Stil der Tagesschau verlas ihr ehemaliger Sprecher Jo Brauner Reise-Anekdoten, und der kalifornische Künstler Tom Noody zeigte Karussells und andere Kunstwerke aus Seifenblasen. Dann, nach seiner feierlichen Enthüllung, gab der Urolisk zurück, was er sich auf seinen Stationen geborgt und in Kisten verpackt hatte: Die positive Energie der Beteiligten, eingefangen in Luftballons.

Der ehemalige Tagesschausprecher Jo Brauner beim Verlesen der „uronews“, der Reise-Anekdoten des Urolisken.
Der kalifornische Künstler Tom Noody beweist, dass es auch eckige Seifenblasen gibt.
Die Hülle fällt.
Rückgabe der „positiven Energie“, der Mitbringsel des Urolisken von seiner Städtetour.

Viele, auch vergnügliche Informationen über das Werden und Reisen des Urolisken lieferten die Redner während des Festaktes. Ihr Dank galt allen Beteiligten, insbesondere den Initiatoren Professor Fornara, Hans Geißlinger und Takeda Pharma. Und Sie betonten, dass der Urolisk für die Aufklärung mehr geleistet hat als jede Veröffentlichung, nämlich das Zusammenbringen von Ärzten und Patienten, Medizin und Kunst.

Die Initiatoren und Beteiligten (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Paolo Fornara (Direktor der Urologischen Universitätsklinik Halle-Wittenberg), Dr. med. Tobias Pottek (Urologe, Hamburg), Frank Denker (Produktgruppenleiter Urologie/Gynäkologie, Takeda Pharma, Aachen), Alida Cardinal (Außendienstleiterin Key Account, Takeda Pharma, Aachen), Stephan Pregizer (Expedere, Berlin), Prof. Dr. med. Günter Janetschek (Leitung Urologie, A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen, Linz), Prof. Dr. med. Andreas Gross (Chefarzt Urologie, Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg), Dr. Erich Brunn (Geschäftsführer, Takeda Pharma, Aachen), Dr. phil. Hans Geißlinger (Expedere, Berlin, Miterfinder des Urolisken).

Das Fazit: Eine unerwartet erfolgreiche (und mehrfach mit Preisen ausgezeichnete) Aufklärungskampagne ist zu Ende gegangen. Der Urolisk, Kunstobjekt und Mahnmal zugleich, steht jedoch auch weiterhin öffentlich für die Krebsvorsorge. Seine Hauptbotschaft ist aber nicht so ohne weiteres sichtbar, der symbolische Gruß an alle Männer auf der goldenen Spitze: Geben Sie auf sich Acht.