Prostatakarzinom (Prostatakrebs)

Dieser bösartige Tumor geht meist von den äußeren Prostatadrüsen aus, wächst langsam und neigt zu Metastasen in Lymphknoten und Knochen. Er lässt sich mittels PSA-Test und Biopsie früh entdecken und dann oft heilen, zum Beispiel durch Operation (Prostatektomie) oder Bestrahlung. Später können andere Behandlungsverfahren helfen wie ein Androgenentzug (Hormontherapie).

Prostatakrebs ist bei Männern der häufigste bösartige Tumor und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter bis ins achte Lebensjahrzehnt an und ist weltweit recht unterschiedlich verteilt. Weiter zur Häufigkeit des Prostatakarzinoms.

Warum Prostatakrebszellen entstehen und sich manche zu einer lebensbedrohlichen Krankheit weiterentwickeln, ist unbekannt. Als Risikofaktoren gelten das Alter sowie genetische, hormonelle und andere Faktoren. Weiter zu den Ursachen des Prostatakarzinoms.

Die meisten Tumoren entstehen in der so genannten peripheren Zone der Prostata und sind dort tastbar, wenn sie sich manifestieren. Sie können aber auch latent bleiben, zufällig entdeckt werden oder okkult (verborgen) sein. Weiter zu Entstehung und Formen des Prostatakarzinoms.

T-Stadium im TNM-System bei Prostatakrebs
Lokale Ausbreitung (T-Stadium) eines Prostatakarzinoms.

Prostatakrebs wächst meist sehr langsam, zunächst innerhalb der Prostata. Dann kann er deren Kapsel durchbrechen und lokal fortschreiten. Ab einer gewissen Größe sind Metastasen möglich, bevorzugt in Lymphknoten und im Skelett. Die Ausbreitung wird mit dem TNM-System erfasst. Weiter zu Wachstum und Ausbreitung des Prostatakarzinoms.

Die Bestimmung des Tumor-Typs (Typing) ergibt meist ein Adenokarzinom (Drüsenzell-Krebs). Dessen Malignität (Bösartigkeit) wird eingestuft (Grading) und am häufigsten als Gleason-Score angegeben. Weiter zur Klassifikation des Prostatakarzinoms.

Im Frühstadium gibt Prostatakrebs keine eindeutige Warnung und verursacht allenfalls geringe, unbestimmte Symptome. Später kann es vor allem zu Beschwerden beim Wasserlassen und zu Knochenschmerzen kommen. Weiter zu den Krankheitszeichen bei Prostatakarzinom.

Nach Anamnese und klinischer Untersuchung folgen Tastuntersuchung, PSA-Bestimmung und Ultraschall. Sie erlauben nur einen Verdacht auf Prostatakrebs, so dass die Diagnose mittels Biopsie gesichert werden muss. Danach wird die Tumorausbreitung bestimmt. Weiter zur Untersuchung bei Prostatakarzinom.

Vor allem aus der Tumorausbreitung ergibt sich das für die Behandlungsplanung und Prognose wichtige Tumorstadium. Die individuelle Prognose hängt von vielen Faktoren ab und kann mit Nomogrammen abgeschätzt werden. Weiter zu Stadien und Prognose des Prostatakarzinoms.

Die Auswahl des geeigneten Therapieverfahrens richtet sich vor allem nach dem Tumorstadium. Jedoch sind dabei auch zahlreiche individuelle Faktoren sowie weitere Merkmale des Tumors zu berücksichtigen. Weiter zur Behandlungsplanung bei Prostatakarzinom.

Zunächst abzuwarten und erst bei Fortschreiten des Tumors kurativ (heilend) zu behandeln, ist unter genau festgelegten Bedingungen eine Option bei lokal begrenztem Prostatakrebs, weil dieser oft nur sehr langsam wächst. Weiter zur aktiven Überwachung bei Prostatakarzinom.

Die Entfernung der Prostata kommt insbesondere bei lokal begrenztem Prostatakrebs ohne klinisch erkennbare Metastasen in Betracht. Es gibt verschiedene Operationstechniken, auch mit Schonung der Erektionsnerven. Weiter zur radikalen Prostatektomie bei Prostatakarzinom.

Die perkutane Strahlentherapie (Bestrahlung von außen) und die Brachytherapie (innere Bestrahlung) können bei lokal begrenztem und lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs ohne Fernmetastasen zum Einsatz kommen, erstere zudem bei Lymphknotenbefall. Weiter zur Strahlentherapie des Prostatakarzinoms.

Auch mit noch experimentellen Verfahren wie der Kryotherapie, dem HIFU (Ultraschall) und der Hyperthermie lässt sich Prostatakrebs lokal behandeln. Sie gelten als minimal invasiv, sind aber noch Gegenstand der Forschung. Weitere lokale Therapie des Prostatakarzinoms.

Vor allem bei älteren Patienten mit schweren Begleiterkrankungen kann es sinnvoll sein, auf eine belastende Tumortherapie zu verzichten und statt dessen Tumor-bedingte Beschwerden abzuwarten und diese palliativ (lindernd) zu behandeln. Weiter zum abwartenden Beobachten bei Prostatakarzinom.

Krebsbehandlung durch Androgenentzug bei Prostatakrebs
Ansatzpunkte von Medikamenten zur Hormontherapie bei Prostatakrebs.

Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs kann eine der vielen Formen des Androgenentzugs helfen. Er erfolgt meist medikamentös mit einem LH-RH-Analogon, manchmal in Kombination mit einem Antiandrogen. Weiter zur Hormontherapie des Prostatakarzinoms.

Die Behandlung mit Zytostatika wird in der Regel bei Prostatakrebs durchgeführt, der Androgen-unabhängig geworden ist und zumeist bereits Metastasen gebildet hat. Dabei unterscheidet man eine Erst- und eine Zweitlinientherapie. Weiter zur Chemotherapie des Prostatakarzinoms.

Eine solche allgemeine Behandlung mit neuen Verfahren wie der Target-Therapie und der Immuntherapie kann bei einem Androgen-unabhängigen Prostatakrebs versucht werden, jedoch nur im Rahmen von Studien. Weitere systemische Therapie des Prostatakarzinoms.

Vor allem bei einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom werden manchmal Verfahren wie die Ernährungstherapie, Phytotherapie, Homöopathie oder Mind-Body-Medizin verwendet , in aller Regel jedoch ergänzend zu der konventionellen Therapie. Weiter zu den unkonventionellen Behandlungsverfahren bei Prostatakrebs.

Die Linderung von Beschwerden und andere Maßnahmen sollen einem Patienten mit unheilbarem, fortschreitendem Prostatakrebs ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, soweit und solange dies die Krankheit erlaubt. Weiter zur Palliativmedizin bei Prostatakarzinom.

Körper und Seele sollen sich von den Folgen des Tumors und seiner Therapie wie Harninkontinenz oder Erektionsstörungen erholen, unterstützt durch besondere Maßnahmen und oft während einer Anschlussheilbehandlung. Weiter zur Rehabilitation nach Prostatakrebs-Behandlung.

Ziele der langfristigen Nachbetreuung sind, die Rehabilitation fortzuführen, den Behandlungserfolg zu überwachen und bei einem möglichen Fortschreiten des Prostatakarzinoms die weitere Therapie rechtzeitig einzuleiten. Weiter zur Nachsorge nach Prostatakrebs-Behandlung.

Studien lieferten bisher kaum Anhaltspunkte für die Prävention des Prostatakarzinoms. Als Empfehlung bleibt die Vorbeugung gegen Krebs allgemein mit einer gesunden Lebensführung und einer ausgewogenen, am besten mediterranen und asiatischen Kost. Weiter zur Vorbeugung gegen Prostatakrebs.

Weil bei einem Prostatakarzinom im Frühstadium die Heilungschancen groß sind, sollen Männer schon ab 40 regelmäßig eine digitale rektale Untersuchung (DRU) und eine Bestimmung des PSA-Werts durchführen lassen. Weiter zur Früherkennung von Prostatakrebs.

Letzte Änderung am 29.07.2014