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Chronische Prostatitis

Wie die akute, so wird auch die chronische Entzündung der Prostata von Krankheitserregern verursacht. Sie führt aber zu milderen und unbestimmteren Beschwerden und betrifft meist Männer in jüngeren bis mittleren Jahren.

Ursache und Entstehung

Die chronische Prostatitis kann von verschiedenen Krankheitserregern ausgelöst werden, am häufigsten von Bakterien. Oft entsteht sie aus einer nicht ausgeheilten akuten Prostatitis. Die Erreger können aber auch von anderen Entzündungsherden über die Harnröhre, Samenwege, Blutgefäße oder Lymphgefäße in die Prostata gelangen (vgl. akute Prostatitis).

Krankheitszeichen

Charakteristisch sind ein leichtes Spannungs-, Druck- oder Kältegefühl in der Dammgegend mit Ausstrahlung in die Hoden und Leisten, Kreuzschmerzen, vor allem beim Aufrichten nach längerem Sitzen, eine Verstärkung der Beschwerden bei Kälte sowie verschiedenartige Störungen der Sexualfunktion.

Weitere mögliche Zeichen sind: Schmerzen im Bereich des Schambeins, Harndrang, häufiges oder erschwertes Wasserlassen, Restharngefühl, Stuhlunregelmäßigkeiten, Stuhldrang, Druckgefühl am Anus, Spermatorrhö (Abfluss vom Sperma ohne Erregung) und Hämospermie (Blutbeimengung zum Sperma).

Untersuchung und Abgrenzung

Frühere Entzündungen von Prostata (akute Prostatitis), Harnröhre (Urethritis) oder Nebenhoden (Epididymitis) können auf eine chronische Prostatitis hinweisen. Die Prostata ist bei der digitalen rektalen Untersuchung (Abtasten mit dem Finger vom Mastdarm aus) druckempfindlich oder auch druckschmerzhaft. Die Untersuchung von Urin, Prostatasekret und gegebenenfalls Sperma liefert entzündungstypische Ergebnisse, in Kulturen werden die Erreger bestimmt und auf ihre Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen Medikamente getestet.

Bei unklaren Befunden und zur Abgrenzung von anderen Erkrankungen sind eventuell weitere Untersuchungen nötig (siehe unter Prostatopathie).

Behandlung

Neben Antibiotika, die entsprechend der Laborergebnisse zu geben sind, werden beruhigende und durchblutungsfördernde, oft pflanzliche Präparate sowie krampflösende und schmerzlindernde Medikamente eingesetzt. Wichtig ist die Regulierung des Stuhlgangs bei Verstopfung. Auch verschiedene Bäderanwendungen können zur Heilung beitragen.

Weiterer Verlauf und Vorbeugung

Die chronische Prostatitis kann immer wieder aufflammen, und die Behandlung wird immer langwieriger. Deshalb sind eine sorgfältige Untersuchung und konsequente, unter Umständen länger dauernde Behandlung besonders wichtig, schon bei der ersten Entzündung. Auch sollte man unbedingt Faktoren vermeiden, die die Prostatitis begünstigen: Auskühlung im Beckenbereich (z.B. längeres Tragen einer nassen Badehose, kaltes Wasser, kalte Sitzgelegenheit, Zugluft), kalte Füße, Überanstrengung, starke Belastung des Beckenbodens (z.B. Radfahren, Reiten).

Autor: Dr. med. Hubert E. Weiß, 10.11.2004

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