Persönliche Gesundheitsberatung
Hier wenden sich Ihre Urologen direkt an Sie und erklären, warum eine Beratung wichtig ist und was Ihr Urologe als Ihr persönlicher Gesundheitsberater leisten kann.
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
es geht darum, für Sie sicherzustellen, dass Sie diejenigen Lebens- und Berufsziele erreichen, die für Sie persönlich wichtig sind. Hierin unterscheidet sich jeder Mensch nachhaltig in seiner Einzigartigkeit.
Ihre gesetzliche Krankenkasse bietet Ihnen einen weitgehenden Versicherungsschutz im Krankheitsfall. Allerdings garantiert sie keine „Rundumversorgung“. Zahlreiche ärztliche Leistungen, die durchaus empfohlen werden können, sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten.
Die gesetzliche Krankenversicherung hat in der Vergangenheit Leistungen ausgewählt, die vor 15-20 Jahren zur Früherkennung von Tumoren im Bereich der harnableitenden Wege allein geeignet erschienen. Was allerdings an urologischen Untersuchungsmöglichkeiten zwischenzeitlich hinzugekommen ist, sollten Sie sich von Ihrem urologischen Team und Betreuer unbedingt erläutern lassen.
Damit Sie sich auf Ihr Leben konzentrieren können, kümmern wir uns als Urologen um die wesentlichen Voraussetzungen Ihres Erfolges in dem Aufgabenbereich, der uns Urologen von der Gesellschaft übertragen wurde. Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen liegen uns besonders am Herzen. Nicht alle Untersuchungen, die wünschenswert, medizinisch sinnvoll und unter präventiven Gesichtspunkten ratsam wären, sind leider unter den derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen Kassenleistungen auf Chipkarte.
Der Gesetzgeber sieht bei der jetzigen Geldknappheit und Notwendigkeit des Sparens, bedingt durch Arbeitslosigkeit, Wiedervereinigung, medizinischen Fortschritt, Ihre optimal individuelle Sicherheit nur als Ergebnis von höchstpersönlicher Eigenverantwortung im Früherkennungsbereich.
Eigenverantwortung in diesem Sinne heißt, dass Sie, obwohl Sie für Ihre medizinische Basisversorgung Pflichtbeiträge bezahlt haben, aus eigener Tasche noch zusätzlich Geld aufwenden können, wenn es Ihnen sinnvoll erscheint.
Die gesetzliche Krebsvorsorge umfasst nicht alle urologischen Krebserkrankungen, von denen viele lange Zeit ohne Beschwerden verlaufen. So erfolgt die gesetzliche Untersuchung auf Prostatakrebs nur mittels einer Untersuchung durch den Finger. Dadurch können bei ausreichender Übung nur etwa die Hälfte aller Karzinome frühzeitig erkannt werden. Kein Wunder, dass die Entdeckungsrate des Prostatakrebses bei der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung in Deutschland äußerst niedrig ist!
- Wir Urologen halten zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung über den After, den sogenannten transrektalen Ultraschall, zur genaueren Diagnostik der Vorsteherdrüse für sehr informativ hinsichtlich der Anatomie und kritischer Veränderungen
- Des Weiteren kann über die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens im Blut, des PSA-Wertes, eine erhebliche Verbesserung der Früherkennung erreicht werden.
- Unabdingbar aufgrund der steigenden Zahlen an Tumoren im Harntrakt sehen wir die genaue Untersuchung des Urins, die in der Leistungslegende für die Krebsvorsorge ebenfalls nicht vorgesehen ist.
- Allein durch eine Ultraschalluntersuchung der Nieren lassen sich frühzeitig sowohl gutartige als auch bösartige Nierenerkrankungen feststellen.
Wir informieren Sie umfassend. Wir sprechen Empfehlungen aus. Sie entscheiden in Ruhe hinsichtlich Ihrer Bedürfnisse. Bei diesem Konzept geht es darum, Ihnen in der urologischen Praxis zunächst alle verfügbaren Informationen an die Hand zu geben. Sie können sich dann in Ruhe entscheiden und gegebenenfalls unsere Empfehlungen und Vorschläge bei den Sacharbeitern Ihrer Krankenkasse oder auch bei Beratern von Verbraucherschutzorganisationen hinterfragen.
Wenn Sie noch Fragen haben oder die oben genannten Leistungen in Anspruch nehmen möchten, sprechen Sie mit Ihrem Urologen.
Ihre Urologen
Autor: Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU), Dr. A. W. Schneider, 22.02.2005