Leuprorelinacetat

Leuprorelinacetat

Eine wichtige Säule in der Therapie des fortgeschrittenen / metastasierten Prostatakarzinoms ist die Androgendeprivationstherapie (ADT).[1,2] Die ADT mit LHRH-Agonisten (LHRHa), zu denen auch Leuprorelinacetat zählt, wird als Langzeittherapie zur symptomatischen Behandlung des fortgeschrittenen, hormonsensiblen Prostatakarzinoms als Standard der systemischen Therapie in den Leitlinien der European Association of Urology empfohlen.[1]
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus von Leuprorelinacetat

Leuprorelinacetat wirkt bei hormonabhängigen / hormonsensitiven Prostatakarzinomen dem Wachstum des karzinomatös-veränderten Prostatagewebes entgegen, da dieses durch Dihydrotestosteron stimuliert wird, das durch Reduktion von Testosteron in den Prostatazellen gebildet wird. Die Kastrationsspiegel für Testosteron konnten bisher nach kontinuierlicher Gabe von Leuprorelinacetat über 5 Jahre gehalten werden.[1]
Leitliniengerechte Therapie

Leitliniengerechte Therapie mit Leuprorelinacetat

Ein wichtiger Eckpfeiler der Therapie des fortgeschrittenen / metastasierten Prostatakarzinoms ist die Androgendeprivationstherapie (ADT). Gemäß der deutschen S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“ (S3-Leitlinie Prostatakarzinom) und der Leitlinien der European Association of Urology (EAU) werden zur ADT insbesondere lang wirksame LHRH-Agonisten (LHRHa) eingesetzt, zu denen auch Leuprorelinacetat zählt.[1,2]
Dosierung und Anwendung

Dosierung und Anwendung

Die Ein-, Drei- und Sechs-Monats-Formulierungen von Leuprorelinacetat, Enantone®, Trenantone® und Sixantone®, werden zur Behandlung des fortgeschrittenen/metastasierten, hormonabhängigen und des lokal fortgeschrittenen, hormonabhängigen Prostatakarzinoms begleitend zur sowie nach der Strahlentherapie eingesetzt.[1-3]
Nebenwirkungsmanagement

Nebenwirkungsmanagement

Eine effektive Tumorkontrolle ist das wichtigste Therapieziel bei der Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms. Der Patient kann dies jedoch nicht so unmittelbar wahrnehmen. Treten hingegen Begleiterscheinungen der Behandlung auf, wie z. B. Hitzewallungen, verminderte Libido oder Potenzprobleme, so belasten diese den Patienten. Daher sollte vor der Einleitung einer ADT eine sorgfältige Aufklärung des Patienten über Therapieziele, mögliche unerwünschte Wirkungen und über Behandlungsmöglichkeiten bei auftretenden Nebenwirkungen erfolgen.[1]