Vor PSA-Test besser auf Sport verzichten

Eine aktuelle Untersuchung bestätigt, dass Sport zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führen kann. Das gilt allerdings nicht für alle Männer.

Ein erhöhter Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) kann ein Hinweis für Prostatakrebs sein. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass auch sportliche Betätigung zu einem Anstieg des PSA-Wertes führen kann. Als Ursachen hierfür werden sowohl die mechanische Irritation der Prostata vermutet als auch der erhöhte Blutfluss, wodurch mehr PSA ins Blut gelangt.

So hatte bereits eine frühere Studie von Prof. Dr. Wilfried Kindermann von der Universität des Saarlandes, Homburg/Saar, gezeigt, dass durch körperliche Aktivität bei älteren Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) und einem PSA-Ausgangswert von über 4 ng/ml die PSA-Konzentration im Blut zunahm. Dieses Ergebnis konnte Kindermann nun mit einer weiteren Untersuchung bestätigen. Demnach erhöhten sich nach einstündigem Lauf- oder Radtraining die PSA-Werte um zwölf beziehungsweise 25 Prozent. Dabei lag das Maximum der Konzentration bei etwa 15 Minuten nach Trainingsende und auch nach 24 Stunden war sie noch erhöht. Der Ausgangswert wurde erst nach 48 Stunden wieder erreicht.

Interessant an der neuen Studie: Alle genannten Ergebnisse galten nur für Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung und einem auch im Ruhezustand erhöhten PSA-Wert von mehr als 4 ng/ml. Bei Probanden mit einem normalen Ausgangswert von weniger als 2 ng/ml kam es zu keiner sportbedingten PSA-Konzentrationsveränderung im Blut. Das galt sogar für professionelle Radrennfahrer.
Aus diesen Erkenntnissen lässt sich ableiten, dass Ärzte mit ihren Patienten im Rahmen einer PSA-Messung über die sportliche Aktivität sprechen sollten. Insbesondere für Männer mit bereits erhöhtem PSA ist es empfehlenswert, mindestens 24 Stunden vor dem Test auf Sport zu verzichten.

Zuletzt aktualisiert: 22.03.2019