Rezidivierendes Prostatakarzinom – wirksame Kombinationstherapie

Einer aktuellen Studie zufolge kann die Kombination aus Strahlen- und Antiandrogentherapie erhebliche Vorteile für Patienten haben, bei denen ein Rückfall der Prostatakrebserkrankung wahrscheinlich ist.

Wenn bei Prostatakrebs-Patienten nach einer radikalen Prostatektomie (RPE) der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) dauerhaft erhöht bleibt oder nach anfänglichem Abfall wieder ansteigt, ist ein Krankheitsrückfall (Rezidiv) wahrscheinlich. Dass es Vorteile haben kann, die in diesen Fällen oft empfohlene Strahlentherapie mit einer Antiandrogentherapie zu verbinden, hat eine Studie mit 760 Patienten ergeben.

Allen Studienteilnehmern wurden bei dem operativen Eingriff sowohl die Prostata als auch die umliegenden Lymphknoten entfernt. Die jeweilige histologische Untersuchung ergab ein Tumorstadium T2 (Tumor begrenzt auf Prostatakapsel) mit positiven Schnitträndern oder T3 (Tumor wächst über Prostatakapsel hinaus), Lymphknoten waren bei keinem der Patienten befallen.

Da die PSA-Werte der Betroffenen anhaltend hoch blieben, wurde ihnen eine Strahlentherapie angeraten. Zudem erhielt eine Hälfte der Patienten (zufällig ausgewählt) während sowie nach der Bestrahlung 24 Monate lang eine Antiandrogentherapie mit Bicalutamid. Der andere Teil der Studienteilnehmer bekam ein Scheinmedikament (Placebo).

Verlängertes Gesamtüberleben, weniger Metastasen

Nach zwölf Jahren Beobachtungszeit lag die Gesamtüberlebensrate bei den zusätzlich mit Antiandrogen behandelten Patienten bei 76 Prozent, in der Placebogruppe bei 71 Prozent. Dieser Unterschied war statistisch signifikant. Zudem waren in der Placebogruppe signifikant mehr Patienten an den Folgen der Prostataerkrankung verstorben oder hatten Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen entwickelt als diejenigen, welche die Antiandrogentherapie erhalten hatten.

Keine Unterschiede gab es bzgl. der Häufigkeit von durch die Strahlentherapie verursachten Spätschäden. Bei den Patienten der Bicalutamidgruppe kam es erwartungsgemäß zu mehr Fällen von Gynäkomastie. Diese Vergrößerung der Brust ist eine typische mögliche Nebenwirkung der Antiandrogentherapie.


Quellen:

  1. Shipley WU et al., NEJM 2017; 376: 41728

  2. Deutsche Krebsgesellschaft e. V.