Koordination

Durch gezieltes Koordinationstraining können folgende spezielle Effekte bei Prostatakrebspatienten während der Hormontherapie erreicht werden:

  • Sturzprophylaxe
  • Verbesserung der Feinmotorik
  • Durch eine verbesserte Koordination kann ein Kraftverlust ausgeglichen werden
  • Verbesserte Wahrnehmung
  • Stabilisierung der kognitiven Fähigkeiten

Bei Koordinationsübungen geht es nicht um die Kräftigung einzelner Muskelgruppen. Vielmehr soll das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Muskulatur verbessert werden. Um dies zu erreichen, muss man den Körper Situationen aussetzen, die er nicht gewohnt ist oder Bewegungsaufgaben stellen, die man im Alltag selten durchführt. So trainiert man das Gehirn, schnell auf unbekannte Situationen zu reagieren und Bewegungen anzupassen. Kleine Herausforderungen können Sie sich selbst in Ihrem Alltag bauen: Gehen Sie auf unebenem Untergrund (Steine, Wurzeln, Laub) spazieren. Stellen Sie sich auf einen instabilen Untergrund, z.B. ein Kissen oder eine zusammengerollte Isomatte. Vielleicht schaffen Sie es sogar, sich auf ein Bein zu stellen und dabei die Augen zu schließen.

Versuchen Sie beim Fahrradfahren z.B. auf einem nicht befahrenen Parkplatz eine liegende Acht zu fahren. Hier möchten wir Ihnen keine Vorgaben zu Wiederholungen geben. Fühlen Sie in sich hinein. Wenn Sie merken, dass Sie sich nicht mehr konzentrieren können, dann beenden Sie die Übung.

Effekte

  • Verbesserung der Reaktionsfähigkeit im Alltag
  • Reduktion des Sturzrisikos
  • Durchführung alltäglicher Bewegungen mit geringerem Kraftaufwand

Die beiden nachfolgenden Koordinationsübungen lassen sich jederzeit in Ihren Alltag integrieren. Mithilfe der ersten Übung trainieren Sie im besonderen Maße die Koordination Ihrer Hände und Finger, die zweite Übung hilft Ihnen ihre Standfestigkeit zu verbessern und das Gleichgewicht zu trainieren:

1) „Pistole“ (für die Hände)

Ausgangsposition

  • Halten Sie Ihre Hände vor Ihrem Körper.
  • Ihre Finger bilden eine Faust.
  • Der Daumen der einen Hand zeigt nach oben.
  • Der Zeigefinger der anderen Hand zeigt nach vorne. Achten Sie darauf, dass der Daumen dieser Hand an den anderen Fingern anliegt.

Bewegung:

  • Wechseln Sie nun die Position der Finger.

2) „Schuhplattler“ (für den gesamten Körper)

Ausgangsposition:

  • Stellen Sie sich aufrecht hin. Die Beine stehen hüftbreit. Bauen Sie eine leichte Rumpfspannung auf.

Bewegung:

  • Ziehen Sie Ihr linkes Knie Richtung Bauchnabel und tippen Sie es mit der rechten Hand an. Dann setzen das Bein wieder ab und der Arm wandert wieder zurück.
  • Wechseln Sie jetzt die Seite.

Variante:

  • Machen Sie die Übung auch hinter Ihrem Rumpf. Fuß und Hand berühren sich in der Höhe des Gesäßes.
Zuletzt aktualisiert: 14.05.2018