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Permanente Seedimplantation



Abb. 10 Schematische Darstellung: Röntgenaufnahme nach Einbringung von „Seeds“ in die Prostata. Ansicht von vorne.

Bei der permanenten Seedimplantation werden zwischen 25 und 80 wenige Millimeter große, radioaktiv geladene Metallstifte („Seeds“) in die Prostata eingebracht (Abbildung 10). Diese Seeds geben kontinuierlich ihre Strahlung ab, bis sie nicht mehr radioaktiv geladen sind. Sie verbleiben jedoch dauerhaft in der Prostata. Die Strahlung – es handelt sich normalerweise um Iod oder Palladium – reicht nur wenige Millimeter weit in das Gewebe. Das ist der Grund, warum die gesamte Prostata in genau definierten Abständen mit Seeds beladen werden muss. Dadurch erklärt sich auch die ungenaue Angabe der Zahl der Seeds, denn jede Prostata ist unterschiedlich groß und benötigt daher eine individuell unterschiedliche Menge von Seeds zur optimalen Bestrahlung. In der Regel wird die permanente Seedimplantation nicht in Verbindung mit einer perkutanen Strahlentherapie durchgeführt, es gibt jedoch Ausnahmen.



Abb. 11 Darstellung nach Einbringung von „Seeds“ in die Prostata. Ansicht von der Seite.

Die permanente Seedimplantation wird durch Strahlentherapeuten und Urologen gemeinsam durchgeführt. Die Lage der Seeds kann sowohl ambulant als auch für wenige Tage stationär erfolgen. Vor der Bestrahlung werden Ihr behandelnder Urologe, ein Anaesthesist (ein Spezialist für die Narkose) und Ihr Strahlentherapeut Ihnen das Vorgehen genau erläutern und Sie über mögliche Nebenwirkungen aufklären (siehe Kapitel: Mögliche Komplikationen und Folgen der Strahlentherapie).

In einem ersten Termin wird die Prostata unter genau definierten Bedingungen im Ultraschall vermessen und das Volumen berechnet. Diese Untersuchung erfolgt durch den Urologen mit Hilfe des transrektalen Ultraschalles, das heißt, die Ultraschallsonde liegt im Enddarm. Diese Daten werden in einen Computer-Planungsrechner überführt. Der Strahlentherapeut erstellt im nächsten Schritt den für sie optimalen Bestrahlungsplan. Das bedeutet, er legt fest, an welcher Position in der Prostata wie viele Seeds platziert werden müssen und wie groß die Gesamtzahl der Seeds sein muss. Nach diesem vorgegebenen Plan erfolgt dann die Implantation der Seeds.

Der zweite Termin ist der Tag der Seedimplantation. In der Regel werden Sie hierfür stationär aufgenommen. Nachdem Sie in den strahlentherapeutischen Operationssaal gebracht worden sind, wird Ihnen durch den Anaesthesisten über einen kleinen Schlauch ein Betäubungsmittel um den unteren Anteil des Rückenmarksackes („peridural“) gespritzt. Der Schlauch wird während der gesamten Implantationszeit verbleiben, um die Betäubung optimal zu steuern. Auf diese Weise kann eine „Allgemeinnarkose“ vermieden werden. Im nächsten Schritt werden nach einem genau vorgegebenen Plan die Seeds mit Hilfe einer Nadel über den Damm in die Prostata eingebracht. Dieses geschieht völlig schmerzlos unter Ultraschallkontrolle (die Ultraschallsonde liegt im Enddarm). Nachdem der letzte Seed in die Prostata eingebracht worden ist, wird die Nadel entfernt und Sie werden in der Regel auf die Station zurückgebracht, um noch für wenige Tage beobachtet zu werden.

Nach etwa vier Wochen wird eine Computertomographie angefertigt, um die Lage der Seeds zu überprüfen und eine Nachberechnung der Dosis durchzuführen. Dadurch besteht bei größeren Abweichungen die Möglichkeit, die Dosis korrigieren zu können (durch eine erneute Implantation), auch wenn dieses nur selten vorkommt. Damit ist die Bestrahlung für Sie beendet. Wichtig für Sie ist, dass Sie zu keiner Zeit die Strahlung, die sich in Ihrem Körper „befindet“, auf Ihre Umgebung „übertragen“ können. Aus Strahlenschutz-Gründen sollten Sie allerdings über einen kurzen Zeitraum darauf verzichten, Kleinkinder auf den Schoß zu nehmen.

Methoden der Strahlentherapie beim Prostatakarzinom





 
 
 
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