Akute und chronische Prostatitis sowie Prostatopathie Frage: Woher kommt eine akute Prostataentzündung?
Antwort: Ursache sind verschiedene Arten von Bakterien. Sie erreichen die Prostata meist über die Harnwege (z.B. bei Entzündung oder Spiegelung der Harnröhre oder Harnblase), seltener über die Samenwege, das Blut oder die Lymphgefäße.
Frage: Wegen einer akuten Prostataentzündung nehme ich seit vier Tagen Antibiotika. Jetzt sind die Beschwerden weg. Kann ich das Medikament weglassen?
Antwort: Ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie das keinesfalls tun. Denn bei unzureichender Behandlung besteht die Gefahr, dass die Entzündung chronisch wird, das heißt weiterschwelt und vielleicht auch wieder aufflammt. Die Folgen könnten andauernde oder wiederkehrende Beschwerden und eine erschwerte Therapie sein.
Frage: Seit einigen Tagen habe ich so ein Druckgefühl am Damm und etwas Probleme beim Wasserlassen. Soll ich zum Arzt gehen?
Antwort: Ja. Ihre Beschwerden sprechen für eine chronische Entzündung oder eine Vergrößerung der Prostata. Es kommen aber auch andere Ursachen in Betracht. Eine gründliche Untersuchung dürfte hier Klarheit bringen, und erst dann kann man über eine mögliche Behandlung entscheiden.
Frage: Ich habe seit eineinhalb Jahren eine chronische Prostataentzündung. Die Beschwerden gehen mit Medikamenten zwar weg, kommen aber alle paar Monate wieder. Was kann ich tun?
Antwort: Die chronische Prostatitis kann leider manchmal sehr hartnäckig sein. Zunächst ist mit einer gründlichen Untersuchung der Harn- und Geschlechtsorgane sowie des Darms und eventuell anderer Organe auszuschließen, dass Entzündungsherde außerhalb der Prostata die Ursache sind. Dann ist es besonders wichtig, die Behandlung konsequent und genau nach Anweisung des Arztes durchzuführen. Sie sollten außerdem alles vermeiden, was die Erkrankung begünstigt (z.B. Auskühlung im Beckenbereich, starke Belastungen des Beckenbodens).
Frage: Mein Arzt hat mir wegen einer Prostataentzündung vom Radfahren abgeraten. Muss ich jetzt meinem Lieblingssport für immer ade sagen?
Antwort: Hoffentlich nicht. Das Radfahren kann den Beckenboden ziemlich belasten und so das Ausheilen einer Prostatitis verzögern oder verhindern. Es begünstigt auch das Wiederaufflammen einer chronischen Prostatitis. Während die Entzündung besteht und behandelt wird, sollten sie also verzichten. Dann können Sie, möglichst in Absprache mit Ihrem Arzt, wieder mit kürzeren Strecken beginnen. Falls die Beschwerden erneut auftreten, denken Sie auch an Ihr Rad: Lassen Sie Ihre Sitzposition prüfen und gegebenenfalls technische Änderungen vornehmen (z.B. breiterer oder gepolsterter Sattel, Schwenksattel, Federung, kein Rennsattel). Das könnte auch die Belastung von Harnröhre, Becken, Steißbein, Wirbelsäule und Gelenken vermindern.
Frage: Ich leide schon seit Jahren unter wechselnden Beschwerden im Unterbauch, im Penis und beim Geschlechtsverkehr. Die vielen Untersuchungen und Medikamente haben nichts gebracht, mein Arzt spricht von einer Prostatopathie. Soll ich es mit Homöopathie versuchen?
Antwort: Gerade bei chronischen, nicht durch Krankheitskeime bedingten Beschwerden kann eine homöopathische Behandlung sehr hilfreich sein. Achten Sie darauf, dass der Therapeut auf Homöopathie spezialisiert ist, eine fundierte Ausbildung besitzt und genügend Erfahrung hat. Bei Prostatopathie kommen neben weiteren Behandlungsmethoden auch psychotherapeutische Verfahren in Frage. Das bedeutet nicht, dass Sie sich die Beschwerden einbilden, sondern dass die Psyche ständig auf den Körper einwirkt und sich der Körper deshalb über die Psyche auch beeinflussen lässt. Am besten besprechen Sie das weitere Vorgehen ganz in Ruhe mit Ihrem Arzt.
Frage: Vor ein paar Monaten wurde bei mir ein etwas erhöhtes PSA festgestellt. Jetzt soll ich vor der PSA-Kontrolle ein Antibiotikum nehmen. Ist das wirklich nötig?
Antwort: Eine chronische bakterielle Prostatitis (durch Bakterien bedingte Prostataentzündung) muss keine deutlichen Krankheitszeichen verursachen, kann aber dennoch den PSA-Wert erhöhen. Sollte also - wie in Ihrem Fall - bei einer PSA-Erhöhung zunächst eine Kontrolle des Wertes anstehen, ist es ratsam auszuschließen, dass die Erhöhung von einer Entzündung bedingt ist. Dazu dienen Untersuchungen (z.B. Abtasten der Prostata, Urinuntersuchung) und die vorherige Einnahme eines Antibiotikums über ein bis zwei Wochen.
Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik "Wissen" im Abschnitt Prostatitissyndrom sowie im Abschnitt "Untersuchungen" unter PSA-Bestimmung. Autoren: Prof. Dr. med. J. Sökeland und Dr. med. Hubert E. Weiß, 25.07.2006
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