PSA-Bestimmung

Das Prostata-spezifische Antigen


Frage: Welcher PSA-Wert ist normal?

Antwort: Leider lässt sich für das Gesamt-PSA kein Normalwert angeben. Denn selbst bei einem niedrigen Serumspiegel ist ein Prostatakarzinom zwar sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Man hat sich deshalb auf einen so genannten Schwellenwert (meist 4ng/ml) geeinigt, ab dem weitere Untersuchungen empfohlen werden. Dieser Wert gilt nur für Männer, deren Prostata nicht entfernt bzw. bestrahlt wurde. Im Rahmen der Früherkennung hilft das Gesamt-PSA vor allem bei der Entscheidung, ob eine Biopsie durchgeführt werden sollte oder nicht. Bei einem bekannten Prostatakarzinom dient der PSA-Wert insbesondere der Verlaufskontrolle.

Frage: Ist der PSA-Grenzwert im Alter höher als in jüngeren Jahren?

Antwort: In der Regel vergrößert sich die Prostata mit dem Alter, so dass auch das Gesamt-PSA langsam steigt. Ein altersabhängiges Anheben des Schwellenwerts (bis 6,5ng/ml im Alter von 70-79 Jahren) wird derzeit noch genauer untersucht. Denn ein höherer Schwellenwert könnte zwar im Einzelfall eine Biopsie vermeiden helfen, jedoch auch das Risiko erhöhen, ein Karzinom zu übersehen.

Frage: Was bedeutet PSA-Anstiegsgeschwindigkeit?

Antwort: Wenn man das Gesamt-PSA mehrfach misst (meist dreimal in jährlichem Abstand), kann man daraus die jährliche Anstiegsgeschwindigkeit berechnen. Ein erhöhter Wert spricht für ein Prostatakarzinom, auch wenn weitere Anzeichen dafür fehlen und der PSA-Ausgangswert niedrig ist. Die Bestimmung hilft also besonders bei der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Biopsie. Die Anstiegsgeschwindigkeit kann aber auch bei Patienten mit PSA-Anstieg nach Prostataoperation oder Bestrahlung helfen, das Progressionsrisiko zu bestimmen.

Frage: Warum soll ein leicht erhöhtes PSA vor einer Biopsie kontrolliert werden?

Antwort: Auch wenn eine Prostatabiopsie kein großer Eingriff ist, so wäre sie zu vermeiden, wenn die PSA-Kontrolle zum Beispiel eine Erhöhung durch eine Prostatareizung oder einen Fehler bei der Bestimmung erkennen lässt.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik "Wissen" im Abschnitt "Untersuchungen" unter PSA-Bestimmung.

Autoren: Prof. Dr. med. J. Sökeland und Dr. med. Hubert E. Weiß, 30.06.2005

Letzte Änderung am 17.09.2008