Entscheidungshilfe Prostatakrebs: Patienten geben gute Noten!

Kontinuierlich steigende Nutzerzahlen und eine hohe Gesamtzufriedenheit sprechen für sich. Das neue Onlineportal Entscheidungshilfe Prostatakrebs kommt bei Patienten gut an. Ergebnisse der ersten Evaluation.

Rund 60.000 Mal im Jahr oder alle neun Minuten erhält ein Mann in Deutschland die Diagnose Prostatakrebs. Nach dem Schock, kommen die Fragen. Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung? Wie hoch ist meine Lebenserwartung? Muss ich mich einer Prostata-Operation unterziehen? Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen? Usw., usw. Neben dem Gespräch mit dem behandelnden Arzt, liefert seit Juni letzten Jahres auch das Informationsportal www.entscheidungshilfe-prostatakrebs.info – eine gemeinsame Initiative der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) sowie des Berufsverbands der Urologen e.V. (BDU) – umfassende Antworten auf die vielen drängenden Fragen nach der Diagnose Prostatakrebs. Schwerpunkt und Ziel der Entscheidungshilfe Prostatakrebs ist es dabei die Patienten über das Thema Prostatakrebs, auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, zu informieren und individuell personalisierte Hilfestellungen zur Wahl der richtigen Therapieentscheidung zu liefern. Patienten, die auf diese Weise vorinformiert sind, können auch die Folgen einer Therapieentscheidung besser einschätzen. Das wiederum erleichtert die Arbeit der behandelnden Urologen.

Evaluation: Immer mehr Patienten nutzen Entscheidungshilfe Prostatakrebs

Zur Qualitätssicherung des in Deutschland bislang einzigartigen Projekts, wurde drei Monate nach dem Start eine sogenannte Evaluation, das ist eine fachgerechte wissenschaftliche Bewertung, der Entscheidungshilfe Prostatakrebs durchgeführt. Dazu wurden die Antworten von allen bis dahin gezählten 319 Portalbesuchern erst anonymisiert und anschließend analysiert. In der Evaluation zeigte sich, dass die Zahl der Nutzer Monat für Monat zugenommen hatte. Während im Startmonat Juni noch 83 Patienten die Entscheidungshilfe Prostatakrebs nutzten, waren es im Juli bereits 109 Patienten und im August sogar 127 Patienten. Altersmäßig konnte in der Evaluation eine relativ breite Streuung der Patienten von 47 bis über 80 Jahren nachgewiesen werden. Wobei ein Drittel der Nutzer bereits über 70 Jahre alt war -  mit der Bedienung der Entscheidungshilfe am Computer aber problemlos zurechtkam. Die soziodemografische Verteilung entsprach - laut Evaluation –  in weiten Teilen der in der Gesamtbevölkerung, was zeigt, dass die Informationsplattform – wie gewünscht -  einen breiten Bevölkerungsteil erreicht.

…und zwar meistens gemeinsam mit dem Partner

Auf die Frage nach dem Nutzungsverhalten, gab rund 60 Prozent der befragten Patienten an, die online-basierte Entscheidungshilfe Prostatakrebs zusammen mit ihrem Partner, einige auch mit Angehörigen oder Freunden, genutzt zu haben. Nur ein Drittel besuchte die Seite - laut Evaluation - alleine. Damit zeigte sich der Vorteil der multimedialen Entscheidungshilfe Prostatakrebs gegenüber konventionellen Printprodukten, denn die gemeinsame Nutzung und Bewertung der Informationen zum Thema Prostatakrebs fällt hier deutlich leichter. Das wussten die Besucher der Internetplattform Entscheidungshilfe Prostatakrebs auch durchaus zu schätzen.

Patienten mit Entscheidungshilfe Prostatakrebs sehr zufrieden

Die Evaluation zeigt, dass fast 55 Prozent aller Teilnehmer mit der Entscheidungshilfe Prostatakrebs „sehr zufrieden“ - und nochmal weitere 32 Prozent damit „zufrieden“ waren. Das entspricht einer Gesamtzufriedenheit der teilnehmenden Patienten von insgesamt 87 Prozent und zeigt in der Evaluation deutlich, dass die neue multimediale Informationsplattform zum Thema Prostatakrebs bei den Patienten insgesamt sehr gut ankommt.

Evaluation: Therapieentscheidung zusammen mit dem Arzt

Dabei sehen Nutzer die Entscheidungshilfe Prostatakrebs keineswegs als Ersatz für die Beratung durch ihren behandelnden Urologen, sondern vielmehr als sinnvolle Ergänzung dazu. Denn, mit rund 64 Prozent, wünscht sich - wie die Evaluation zeigt - die überwiegende Mehrheit der Patienten, die Therapieentscheidung nach der Diagnose Prostatakrebs gemeinsam mit ihrem Arzt zu treffen. Nochmal fast 29 Prozent möchten die Entscheidung zwar selbst treffen, aber die Meinung ihres behandelnden Arztes mit einbeziehen. Nur eine kleine Minderheit von 2,7 Prozent möchten die Therapieentscheidung dagegen komplett selbständig treffen bzw. nur 0,5 Prozent der Patienten möchten sie alleine dem Arzt überlassen.

Evaluation Entscheidungshilfe Prostatakrebs: Weniger Zeitaufwand gewünscht

Etwas geringere Punktzahlen gab es nur für die Punkte „Zeitaufwand“ sowie für die „Bewertungsmöglichkeiten der eigenen Beschwerden und Lebensqualität“. Hier zeigt die Evaluation, dass in Zukunft noch etwas nachgebessert werden könnte. Allerdings betonen die Studienleiter auch, dass eine kürzere Bearbeitungszeit auf Kosten des Informationsangebots nicht zielführend sei. Denn eine gute Therapieentscheidung könne nur auf Basis von fundiertem Hintergrundwissen getroffen werden. Nutzer, die Zeit „sparen“ möchten, haben allerdings auch jetzt schon die Möglichkeit, nur Teile der angebotenen Informationsvideos anzusehen und damit ihren persönlichen Zeitaufwand auf die individuell gewünschte Nutzungsdauer der Entscheidungshilfe Prostatakrebs zu verkürzen.


Autorin:  Anja Lang, 27.01.2017

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