Prostatakarzinom – Zusätzliche Erkrankungen behandeln

Aufgrund des oft hohen Lebensalters vieler Prostatakrebspatienten kommen zu der Krebserkrankung nicht selten weitere Krankheiten hinzu. Diese effektiv zu behandeln, könnte einer Studie zufolge die Sterblichkeit der Betroffenen senken.

Prostatakarzinom – Zusätzliche Erkrankungen behandeln

Oftmals leiden Patienten mit einen Prostatakarzinom auch unter anderen Krankheiten, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder auch anderen Krebserkrankungen. Welchen Einfluss diese sogenannten Komorbiditäten auf die Sterblichkeit (Mortalität) des betroffenen Patienten haben können, untersuchte eine Studie anhand der Daten von rund 45.000 Prostatakrebspatienten, die die Krebsdiagnose zwischen 1995 und 2011 erhalten hatten. Analysiert wurde – im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung – wie viele der Männer gestorben waren und was die jeweilige Todesursache war.

So starben knapp 47 Prozent aller Betroffenen innerhalb von fünf Jahren – eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe. Dabei fiel auf: Die Fünf-Jahres-Sterblichkeit war bei den Patienten besonders hoch, die neben dem Prostatakarzinom noch zwei oder mehr andere Erkrankungen hatten. Und: Bei 20 Prozent der verstorbenen Patienten im ersten Jahr nach der Krebsdiagnose wurde die mögliche gegenseitige Beeinflussung zwischen dem Krebs und den Begleiterkrankungen für den Tod der Betroffenen verantwortlich gemacht. Diese Interaktion spielte vor allem bei den Patienten eine Rolle, die sich keiner radikalen Prostatektomie (RPE) unterzogen hatten, sowie bei denjenigen, bei denen das Karzinom bereits zu Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen geführt hatte.

Aus den Ergebnissen schlossen die Wissenschaftler, dass Komorbiditäten sowohl unmittelbar zur Sterblichkeit von Prostatakrebspatienten beitragen als auch die Sterblichkeit durch einen negativen Einfluss auf den Tumor erhöhen können. Daher könnte, so die naheliegende Schlussfolgerung, eine effektive Behandlung von Begleiterkrankungen die Sterblichkeit von Betroffenen deutlich reduzieren. Dazu sind künftig aber noch weitere Studien notwendig.

 


Quellen:

  • Gulbech Ordinga A et al., Acta Oncologica, 2015; 55(5): 611-8
  • Deutsche Krebsgesellschaft

Autorin: Anne Göttenauer, 09.03.2017