Untersuchung

Frage: Warum fragt der Arzt vor der Untersuchung auch nach dem Geschlechtsverkehr?

Antwort: Fragen zur Sexualität gehören zu einer normalen Erhebung der Anamnese (Vorgeschichte) beim Urologen, genauso wie Fragen zum Wasserlassen. Denn es könnte sein, dass sich daraus Hinweise auf Erkrankungen ergeben, auch solche aus anderen Fachgebieten. Eine erektile Dysfunktion (ED, Störung der Gliedversteifung) kann zum Beispiel von einem Prostatakarzinom verursacht werden, das sich über die Prostatakapsel hinaus ausgebreitet und die Erektionsnerven befallen hat, aber auch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Näheres s. erektile Dysfunktion). Aus dem gleichen Grund gehören zur Routine auch die körperliche Untersuchung und Labortests (Urin und ggf. Blut).

Frage: Kann man allein durch Abtasten feststellen, ob Prostatakrebs vorhanden ist oder nicht?

Antwort: Nein. Die Tastuntersuchung (digitale rektale Untersuchung, DRU) liefert bestenfalls einen Verdacht, aber keinen Beweis: Einen Verdacht, wenn der Tumor härter ist als das Prostatagewebe (was oft der Fall ist) und eine bestimmte Größe erreicht hat, die von seiner Lage abhängt (z.B. etwa 7mm außen-hinten oder außen-seitlich). Eine unauffällige DRU bedeutet deshalb nicht, dass kein Tumor vorhanden ist. Den Beweis für Prostatakrebs kann nur eine Probenentnahme (Prostatabiopsie) erbringen.

Frage: Bei der Untersuchung war mein PSA leicht erhöht. Heißt das, dass ich Prostatakrebs habe?

Antwort: Nein. Die Wahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom steigt zwar mit dem PSA-Wert an. Die Erhöhung kann jedoch auch einen anderen Grund haben. Deshalb sollte der Wert zunächst kontrolliert werden, eventuell nach einer Vorbehandlung mit Medikamenten. Außerdem sollten eine Tastuntersuchung (DRU) und ein Ultraschall (TRUS) erfolgen. Falls dann ein Verdacht auf Prostatakrebs besteht, sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt über eine Probenentnahme (Prostatabiopsie) entscheiden, die mehr Klarheit bringt (mehr häufige Fragen und weitere Infos zum PSA s. PSA-Bestimmung).

Frage: Kann man mit dem Ultraschall Prostatakrebs aufspüren?

Antwort: Normalerweise ja. Ein geringer Teil der Tumoren ist jedoch im TRUS nicht zu sehen, weil ihre Dichte und Struktur dem normalen Prostatagewebe gleicht. Aus dem TRUS kann sich aber immer nur ein Verdacht ergeben, der von der Tastuntersuchung (DRU) und dem PSA-Wert erhärtet oder entkräftet wird. Nur eine Probe (Prostatabiopsie) aus dem auffälligen Bereich kann zeigen, worum es sich handelt.

Frage: Wieviele Proben sollten bei der Biopsie entnommen werden?

Antwort: Bei Verdacht auf Prostatakrebs entnimmt man normalerweise unter TRUS-Kontrolle 10-12 Proben aus verschiedenen Bereichen der Prostata und eventuell zusätzlich gezielte Proben aus tastbaren oder im TRUS sichtbaren Herden (mehr häufige Fragen und weitere Infos zur Probenentnahme s. Prostatabiopsie).

Frage: Bei mir war das PSA deutlich erhöht, auch nach Kontrolle, die Biopsie hat aber nichts ergeben. Wie geht es jetzt weiter?

Antwort: Das hängt von den Befunden ab. Wenn nach der Höhe des PSA-Werts und den Befunden der Tastuntersuchung (DRU) und des Ultraschall (TRUS) weiterhin ein starker Verdacht auf Prostatakrebs besteht, so kämen infrage: Eine weitere Kontrolle des PSA-Werts (z.B. um die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit festzustellen), eine MRT („Kernspin“) und eine erneute Biopsie (Rebiopsie). Die Auswahl, die Reihenfolge und den zeitlichen Abstand dieser Untersuchungen müssten Sie zusammen mit Ihrem Urologen festlegen, der alle Befunde kennt und beurteilen kann.

Frage: Welche Aussagen über einen Prostatakrebs kann man von der Biopsie erwarten?

Antwort: Bei einer positiven Prostatabiopsie (Krebsgewebe vorhanden) stuft der Pathologe den Typ des Tumors ein (Typing, z.B. als Karzinom), außerdem seine Bösartigkeit (= Malignität; Grading, z.B. nach Gleason; Näheres zur Einstufung s. Klassifikation). Darüber hinaus macht er Angaben zum Beispiel über die Zahl und den Entnahmeort von befallenen Proben, den Anteil des Befalls in jeder Probe sowie den Befall von Nerven, Blutgefäßen, Lymphgefäßen, Samenblasen und Prostatakapsel. Damit liefert er wichtige Hinweise auf die Ausbreitung des Tumors (s. hierzu auch Wachstum und Ausbreitung).

Frage: Wenn in der Biopsie Prostatakrebs festgestellt wurde, welche Untersuchungen sind dann noch nötig?

Antwort: Um die örtliche Ausbreitung des Tumors, den Befall von Lymphknoten, das Vorhandensein von Metastasen und mögliche Komplikationen festzustellen, können unter anderem folgende bildgebende Verfahren infrage kommen: Ultraschall, CT, MRT („Kernspin“) und Knochenszintigraphie. Ob einzelne davon oder gar alle nötig sind, hängt von den bisherigen Befunden und der geplanten Behandlung ab.

Ausführliche Informationen zu den Untersuchungen bei Prostatakrebs finden Sie in der Rubrik „Wissen“ im Abschnitt „Prostatakarzinom“ unter Untersuchung.

Zuletzt aktualisiert: 07.05.2018