Funktion der Prostata

Die Aufgaben der Prostata bei der Spermabildung, beim Verschluss von Harnblase und Samenwegen und im Hormonstoffwechsel

Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Sekretbildung. Sie beginnt erst mit der Pubertät (Geschlechtsreife), wenn die Prostata unter dem Einfluss von Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, zu einem funktionstüchtigen Organ heranwächst.

Das Sekret der Prostatadrüsen ist milchig-trübe, dünnflüssig und leicht sauer. Neben zahlreichen anderen Stoffen enthält es Enzyme (Fermente). Das sind Eiweiße mit wichtigen Aufgaben wie die saure Prostata-Phosphatase und das PSA (prostata-spezifisches Antigen), das das Sperma, den Samen, verflüssigt. Ein weiterer Inhaltsstoff ist Spermin; es schützt die DNA (Erbinformation) der Spermien (Samenfäden) und verleiht dem Sperma seinen charakteristischen Geruch.

Die Prostata unterstützt auf Grund ihrer Lage den Blasenhals und damit den Verschluss der Harnblase. Beim Wasserlassen verschließt die Muskulatur von Blase und Prostata die Spritzkanälchen und die Ausführungsgänge der Prostatadrüsen, damit kein Urin eindringen kann.

Beim Geschlechtsverkehr aktivieren Nervenimpulse des Sympathikus unwillkürlich verschiedene Muskeln: Durch die Spritzkanälchen pressen die Samenleiter die Spermien und die Samenblasen ihr Sekret in den von der Prostata umschlossenen Teil der Harnröhre. Dorthin wird auch das Prostatasekret gedrückt. Diesen Vorgang nennt man Emission.

Zugleich sorgt die Muskulatur von Prostata und Blasenhals dafür, dass das Sperma, das aus den jetzt miteinander vermischten Flüssigkeiten besteht, nicht in die Harnblase gelangt. Dann wird die Ejakulation (Samenerguss) ausgelöst: Die Beckenbodenmuskeln und die Muskulatur um die inneren Teile der Schwellkörper ziehen sich rhythmisch zusammen und befördern so das Sperma durch die Harnröhre nach außen.

Das Prostatasekret macht 20-30 Prozent der Spermamenge aus. Wie oben beschrieben ist es wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Spermien, also für die Zeugungsfähigkeit des Mannes. Mit seiner Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr hat es jedoch nichts zu tun.

Auch am Hormonstoffwechsel ist die Prostata beteiligt: Sie wandelt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seine biologisch aktivste Form um, das Dihydrotestosteron (DHT).


Quellen (u. a.)

  1. Hautmann, R., H. Huland (Hrsg.): Urologie. 3. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-540-29923-3

  2. Schultze-Seemann, W. et al.: Therapieleitfaden Prostataerkrankungen. 1. Auflage, Uni-Med, Bremen 2002, ISBN 978-3-89599-603-0