Prostataentzündung (Prostatitis)

Akute und chronische bakterielle Prostatitis sowie chronisches Beckenschmerzsyndrom

Ursache sind verschiedene Arten von Bakterien. Sie erreichen die Prostata meist über die Harnwege (z.B. bei Entzündung oder Spiegelung der Harnröhre oder Harnblase). Begünstigend wirkt eine Verengung der Harnröhre oder der Vorhaut. Gelegentlich gelangen die Keime durch die Samenwege in die Prostata (von Nebenhoden oder Samenblasen über die Samenleiter und Spritzkanälchen), nur selten durch die Blut- oder Lymphgefäße.

Ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie das keinesfalls tun. Denn bei einer unzureichenden Behandlung besteht die Gefahr, dass die Entzündung chronisch wird, das heißt weiterschwelt und vielleicht auch wieder aufflammt. Dann können die Beschwerden länger anhalten und öfter wiederkehren, und die Behandlung kann deutlich schwieriger werden.

Ja. Ihre Beschwerden sprechen für eine chronische Entzündung der Prostata oder eine gutartige Prostatavergrößerung (ein BPS). Es kommen aber auch andere Ursachen in Betracht. Eine gründliche Untersuchung beim Urologen dürfte hier Klarheit bringen, und erst dann kann man über eine mögliche Behandlung entscheiden.

Üblicherweise erfolgen nach dem Erheben der Krankengeschichte (Anamnese) eine körperliche Untersuchung mit Abtasten der Prostata (digitale rektale Untersuchung, DRU) sowie eine Urinuntersuchung (Zwei-, Drei- oder Viergläserprobe). Je nach Beschwerden kommen weiterhin infrage: eine Blutentnahme zur Bestimmung des PSA-Werts (vor DRU), eine Harnflussmessung (Uroflowmetrie), ein Ultraschall durch die Bauchdecke (Sonographie) oder vom Mastdarm aus (TRUS) sowie eine Analyse des Spermas. Weitere mögliche Untersuchungen richten sich nach den Befunden und dienen der Abgrenzung von anderen Erkrankungen.

Die chronische Prostatitis kann leider manchmal sehr hartnäckig sein. Zunächst ist mit einer gründlichen Untersuchung der Harn- und Geschlechtsorgane sowie des Darms und eventuell anderer Organe auszuschließen, dass Entzündungsherde außerhalb der Prostata die Ursache sind. Dann ist es besonders wichtig, die Behandlung konsequent und genau nach Anweisung des Arztes durchzuführen. Sie sollten außerdem alles vermeiden, was die Erkrankung begünstigt (z.B. Auskühlung im Beckenbereich, starke Belastungen des Beckenbodens).

Hoffentlich nicht. Das Radfahren kann den Beckenboden ziemlich belasten und so das Ausheilen einer Prostatitis verzögern oder verhindern. Es begünstigt auch das Wiederaufflammen einer chronischen bakteriellen Prostatitis. Während die Entzündung besteht und behandelt wird, sollten sie also verzichten. Dann können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt wieder mit kürzeren Strecken beginnen. Falls die Beschwerden erneut auftreten, denken Sie auch an Ihr Rad: Lassen Sie Ihre Sitzposition prüfen und gegebenenfalls technische Änderungen vornehmen (z.B. breiterer oder gepolsterter Sattel, Schwenksattel, Federung, kein Rennsattel). Das könnte auch die Belastung von Harnröhre, Becken, Steißbein, Wirbelsäule und Gelenken vermindern.

Das ist bislang noch weitgehend unbekannt. Vermutlich führen Auslöser wie Infektionen oder wiederholte Belastungen zu einer Entzündungsreaktion und/oder einer Nervenschädigung, was wiederum chronische Schmerzen verursacht. Von anderen Schmerzerkrankungen weiß man jedoch, dass chronische Schmerzen die Wahrnehmung und Verarbeitung der Schmerzen im Gehirn verändern. Dies beeinflusst Psyche, Denken, Verhalten und Sexualleben und erklärt, warum hier psychotherapeutische Behandlungsmethoden wirksam sind.

Kennzeichen sind dauerhafte oder wiederkehrende Schmerzen im Bereich des Beckens, ohne dass eine andere Krankheit als Ursache zu finden ist. Die Schmerzen werden in einem einzelnen Organ oder Bereich oder an mehreren Stellen empfunden. Handelt es sich dabei um die Prostata, spricht man auch vom Prostataschmerzsyndrom. Die weiteren möglichen Krankheitszeichen sind ausgesprochen vielfältig: Verschiedene Missempfindungen im Bereich von Becken und Geschlechtsorganen, Beschwerden beim Wasserlassen, Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr sowie psychische Symptome und Störungen der Sexualfunktion.

Gerade bei chronischen, nicht durch Krankheitskeime bedingten Beschwerden kann eine homöopathische Behandlung hilfreich sein. Achten Sie darauf, dass der Therapeut auf Homöopathie spezialisiert ist, eine fundierte Ausbildung besitzt und genügend Erfahrung hat.

Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom kommen neben medikamentösen und physikalischen auch psychotherapeutische Verfahren in Frage. Letzteres bedeutet nicht, dass Sie sich die Beschwerden einbilden, sondern dass die Psyche ständig auf den Körper einwirkt und sich der Körper deshalb über die Psyche auch beeinflussen lässt.

Es empfiehlt sich grundsätzlich, nicht wahllos ein Verfahren nach dem anderen auszuprobieren, sondern je nach Beschwerden, Befunden und möglichen Begleiterkrankungen einen individuellen Behandlungsplan aufzustellen, der meist aus einer Kombination von verschiedenen Methoden besteht. Am besten besprechen Sie das weitere Vorgehen ganz in Ruhe mit Ihrem Arzt.

Eine chronische bakterielle Prostatitis (durch Bakterien bedingte Prostataentzündung) muss keine deutlichen Krankheitszeichen verursachen, kann aber dennoch den PSA-Wert erhöhen. Sollte also – wie in Ihrem Fall – bei einer PSA-Erhöhung zunächst eine Kontrolle des Wertes anstehen, ist es ratsam auszuschließen, dass die Erhöhung von einer Entzündung bedingt ist. Dazu dienen Untersuchungen (z.B. Abtasten der Prostata, Urinuntersuchung) und die vorherige Einnahme eines Antibiotikums über ein bis zwei Wochen (s. hierzu auch PSA-Wert Bestimmung).

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik „Wissen“ im Abschnitt Prostatitis unter akute bakterielle Prostatitischronische bakterielle Prostatitis und chronisches Beckenschmerzsyndrom.

Zuletzt aktualisiert: 25.07.2019