Radionuklid

Unter einem Nuklid (von lat. nucleus = Kern) versteht man eine Atomsorte, deren Kern eine festgelegte Zahl von Protonen (positiv geladene Teilchen) und Neutronen (ungeladene Teilchen) enthält. Die Protonenzahl bestimmt die Ordnungszahl und damit das chemische Element (z.B. 6 = Kohlenstoff, C). Protonenzahl plus Neutronenzahl ergeben die Massenzahl, die zusätzlich vermerkt wird (Anwendung: Massenzahl minus Protonenzahl = Neutronenzahl). Beispiel Kohlenstoff-Nuklid C-12: C = 6 Protonen, Massenzahl 12 minus Protonenzahl 6 = 6 Neutronen.

Nuklide des gleichen chemischen Elements, also mit gleicher Protonenzahl und Ordnungszahl nennt man Isotope. Beispiel: Die Nuklide C-12 und C-13 sind beide Kohlenstoff-Isotope (C-13: 6 Protonen, 13-6= 7 Neutronen).

Natürlich vorkommende chemische Elemente sind meistens Gemische aus verschiedenen Isotopen. Beispiel Kohlenstoff: Hauptsächlich C-12, wenig C-13 und in Spuren C-14 (C-14: 6 Protonen, 14-6= 8 Neutronen).

Manche Nuklide sind instabil, das heißt sie wandeln sich spontan unter Abgabe von Energie um, was Radioaktivität genannt wird. Instabile Nuklide sind also radioaktiv und heißen deshalb Radionuklide. Beispiel: Kohlenstoff-Radionuklid C-14.

Radionuklide können natürlich vorkommen (z.B. C-14) oder künstlich erzeugt werden (z.B. C-11). In der Nuklearmedizin verwendet man Radionuklide zur Untersuchung (z.B. mit Technetium-99m markierte Stoffe zur Skelettszintigraphie) oder zur Behandlung (Strahlentherapie, z.B. Cobalt-60 zur Bestrahlung von außen oder Iod-125 zur Brachytherapie).

Anmerkung: Radionuklide wurden früher auch gelegentlich als Radioisotope bezeichnet, um hervorzuheben, dass sie zu einem bestimmten chemischen Element gehören.