Brachytherapie

Hierunter versteht man eine Strahlentherapie mit einem kurzen (griech. brachys) Abstand zwischen Strahlenquelle und Ziel.

Ziel ist in der Regel ein bösartiger Tumor. Bei der Strahlenquelle handelt es sich um ein umschlossenes Radionuklid (radioaktiver Stoff), das in den Tumor oder in dessen Nähe gebracht wird. Deshalb nennt man die Brachytherapie auch interne Strahlentherapie („innere Bestrahlung“) oder, wenn die Strahlenquelle im Zwischengewebe (Interstitium) eines Organs liegt, interstitielle Strahlentherapie.

Wichtige Kennzahlen einer Brachytherapie sind die Energiedosis und die Dosisleistung: Die Energiedosis ist die vom Gewebe aufgenommene Gesamtenergie und wird in Gray (Gy) angegeben. Die Dosisleistung (Dosisrate) ist die Energiedosis pro Zeiteinheit und wird meist in Gray pro Stunde (Gy/h) angegeben. Da die Aktivität von Radionukliden mit der Zeit nachlässt, sinkt auch die Dosisleistung ab. Der genaue Verlauf bestimmt darüber, wann die nötige Energiedosis erreicht ist und das Radionuklid wieder entfernt wird.

Nach der Dosisleistung unterscheidet man bei der Brachytherapie des Prostatakarzinoms folgende Formen:

  • LDR (engl. low-dose rate, niedrige Dosisleistung): Bei der LDR-Brachytherapie pflanzt man Seeds (radioaktive kleine Stifte, engl. seed = Samen, Kern) in die Prostata ein, deren Aktivität mit der Zeit erlischt. Sie können somit dauerhaft dort verbleiben, weshalb man diese Form auch permanente Brachytherapie oder Seed-Implantation nennt. Weil die Reichweite der Strahlen gering ist und viele Seeds gebraucht werden, spricht man gelegentlich auch von einer Spickung der Prostata.
  • HDR (engl. high-dose rate, hohe Dosisleistung): Zur HDR-Brachytherapie führt man zunächst Hohlnadeln in die Prostata ein. In diese werden dann die Strahlenquellen aus einem stark abgeschirmten Behälter eingefahren und nach kurzer Zeit wieder entfernt, zum Schutz des Personals ferngesteuert. Wegen der vorübergehenden Anwendung nennt man diese Form auch temporäre Brachytherapie und wegen des Nachladens des Strahlenquellen auch Afterloading.

Weitere Informationen hierzu in der Rubrik „Wissen“ im Abschnitt „Prostatakarzinom“ unter Strahlentherapie.