Zystitis

Entzündung der Harnblase. Ursache sind meist Krankheitskeime. Sie erreichen die Blase nur selten von den Nieren, absteigend über die Harnleiter (Ureter), häufig jedoch aufsteigend über die Harnröhre (Urethra): Oft von außen oder bei Harnröhrenentzündung (Urethritis), gelegentlich auch bei Prostatitis oder - fortgeleitet über die Samenleiter - bei Entzündungen von Samenblasen (Spermatozystitis), Nebenhoden (Epididymitis) oder Hoden (Orchitis). Umgekehrt kann sich die Entzündung von der Blase auch auf die genannten Organe ausbreiten.

Begünstigt wird diese Form der Zystitis beim Mann von einer Behinderung des Harnabflusses, z.B. beim benignen Prostatasyndrom (BPS, s. auch in der Rubrik "Benignes Prostatasyndrom (BPS)" unter Zeichen und Komplikationen des BPS).

Weitere Ursachen der Zystitis sind mechanische Reize (z.B. Dauerkatheter, Blasenstein), chemische Reize (z.B. durch Ausscheidung von Zytostatika bei Chemotherapie) und Bestrahlungen. In diesen Fällen macht die Schädigung der Harnblase diese auch wiederum anfällig für einen zusätzlichen Befall mit Krankheitskeimen.

Typische Krankheitszeichen sind schmerzhaftes (Algurie), erschwertes (Dysurie) und häufiges (Pollakisurie) Wasserlassen (Miktion), unwiderstehlicher Harndrang (imperativer Harndrang), Blasenkrämpfe (Strangurie) und Schmerzen im Unterbauch, manchmal auch unwillkürlicher Harnabgang (Harninkontinenz) in Form einer plötzlichen Dranginkontinenz oder von Harnträufeln. Zu den Zeichen siehe auch in der Rubrik "Krankheitszeichen der Prostata" unter Miktionsstörungen.