Hyperthermie

Überwärmung. Erhöhung der Körpertemperatur bei intakter Wärmeregulation im Gehirn (im Gegensatz zu Fieber, bei dem das Gehirn die Temperatur hochregelt). Bei Prostataerkrankungen experimentelles Verfahren (s.u.).

Eine Hyperthermie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Wärmebildung im Körper (z.B. durch körperliche Aktivität), Wärmezufuhr (z.B. durch Sonne, Sauna, heißes Bad) und Wärmeabgabe (z.B. durch Schwitzen).

Zu Behandlungszwecken lässt sich eine Hyperthermie auch künstlich herbeiführen, entweder als Ganzkörper-Hyperthermie (z.B. durch Matten mit warmem Wasser oder extrakorporale = außerhalb des Körpers stattfindende Bluterwärmung) oder als lokoregionale (örtliche) Hyperthermie: Hierzu überwärmt man das Zielgewebe beispielsweise mittels Ultraschall (s. Sonographie), Mikrowellen oder extrakorporaler Bluterwärmung in nur einem Teil des Blutkreislaufs.

Zweck der Hyperthermie ist meist die Schädigung von Tumorzellen, da diese wärmeempfindlicher sind als gesunde Zellen. Insbesondere kann sich damit die Wirkung einer Strahlentherapie oder Chemotherapie verstärken. In der Naturheilkunde wird die Ganzkörper-Hyperthermie auch bei anderen, vor allem rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Mehr zur Hyperthermie bei Prostatakrebs in der Rubrik „Wissen“ im Abschnitt „Prostatakarzinom“ unter Weitere lokale Therapie.

Abzugrenzen ist die Hyperthermie von einer direkten Hitzeschädigung des Gewebes, zum Beispiel durch Laser, elektrischen Strom (s. z.B.TUR-P), Ultraschall (s. HIFU), Mikrowellen (s. TUMT) oder Radiofrequenzwellen (s. RFA, TUNA).

Bei einer örtlichen Überwärmung zu anderen Zwecken als zur Krebsbehandlung spricht man meist von einer lokalen Thermotherapie.